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5. März 2026Elektrischer, lauter, kantiger: Souad Massi erweitert auf „Zagate“ deutlich ihr Klangspektrum und gewinnt so noch mehr Tiefe
Als Souad Massi 2003 das Album „Deb“ veröffentlichte, war das für viele Hörerinnen und Hörer eine Offenbarung: zarte, wunderschön gewobene Melodien, eine klare, beinahe kristalline Stimme, die Sehnsucht atmete. Diese Platte wurde zu einem Meilenstein moderner arabischer Musik. Wer die algerische Sängerin so abgespeichert hat, dürfte vom neuen Album „Zagate“ jedoch überrascht sein. Das nämlich klingt deutlicher moderner, entschlossener, stellenweise kantig und dunkel grundiert – ohne dabei jene Verletzlichkeit preiszugeben, die Massis Kunst seit jeher auszeichnet.
Zwischen Exil und Aufbruch
Der Titel „Zagate“ verweist auf das im algerischen Französisch gebräuchliche
„ça se gâte“ – „es verschlechtert sich“. Schon darin spiegelt sich Massis doppelte kulturelle Verankerung zwischen Algerien und Frankreich. Das Album markiert eine bewusste ästhetische Verschiebung: Weg vom primär akustischen Folk, hin zu einer elektrifizierten, rhythmisch pointierteren Klangsprache. Unter der Regie des britischen Gitarristen und Produzenten Justin Adams entstanden elf Songs, die in England aufgenommen wurden und ein neues Outfit tragen. Am nächsten an ihrem gewohnten folkigen Sound ist Massi in „Tiri“. Stücke wie das straight forward treibende „Ana Inssan“ dagegen fußen auf einem rauen Rockfundament, während das schwelgerische „Samt“ mit afrobeatnahen Grooves arbeitet. „D’ici, De là-bas“ entfaltet saharische Weite, und „Chibani“ taucht in einen urbanen, beinahe bluesigen Pariser Tonfall ein.
Biografische Tiefenschichten
Um diese Verdichtung zu erreichen, greift Souad Massi auf das …





