Sophia: Holding On / Letting Go – Albumreview

Sophia: Holding On / Letting Go – Albumreview

Erneut erfüllen Sophia die hohen Erwartungen

Endlich erscheint auch dieses Album. Diese ganze Corona-Pandemie macht eine schon ganz kirre. Ursprünglich für April geplant, verschob sich die Veröffentlichung coronabedingt um fünf Monate nach hinten. Sehr ärgerlich, weil die Erwartungshaltung an ein Sophia-Album natürlich eine große ist und man die Albumveröffentlichung herbeisehnt, die selbstredend nur in haptischer Form die einzig echte ist. Immerhin gab es keinen wochen-, oder gar monatelangen Split zwischen digitaler und haptischer Veröffentlichung, eine mithin ärgerliche Strategie, die momentan immer häufiger zu beobachten ist. Aber für die Verschiebung kann Robin Proper-Sheppard ja nichts.

Sophia sind wieder eine Band

Sophia Holding On Letting Go Cover The Flower Shop Recordings

Der Mastermind hinter dem Moniker Sophia hat für „Holding On / Letting Go“  zum ersten Mal seit dem Debüt „Fixed Water“ von 1996 eine echte Band um sich geschart. Neben Schlagzeuger Jeff Townsin und Bassist Sander Verstraete, die bereits auf dem letzten Album „As We Make Our Way (Unknown Harbours)mit von der Partie waren, sind diesmal noch Gitarrist Jesse Maes und Keyboarder Bert Fliegen mit an  Bord. Zu welcher Anmut der in San Diego aufgewachsene und mittlerweile in Berlin lebende Proper-Sheppard dem Indie-Pop verhelfen kann, hat er mit dem im März erschienenen und bei Sounds & Books als Song des Tages vorgestellten Vorabtrack „Alive“ gezeigt. Eine elegische und sinnliche, vom sehnsüchtigen Saxophonspiel Terry Edwards‘ geprägte Ballade, die einen in Schwermut versinken lässt.

Ein Indie-Hit als As

Fast führte er uns damit auf eine falsche Fährte, beginnt die Platte doch mit 80er-Future-Synthie-Sounds, bevor nach einer Minute verzerrte Gitarren das Kommando im Opener „Strange Attractor“ übernehmen. Im Verlauf des Tracks verwischen die Grenzen zwischen Indie-Pop, New Wave und Postpunk zu einem pulsierenden und gleichzeitig verträumten und transzendentalen Trip. Wo sich im Eröffnungssong eine filigrane Melodie noch herauskristallisieren musste, übernimmt sie mit akustischen Gitarren beim anschließenden „Undone. Again“ die direkte Führung. Catchy, aber die melancholische Stimmung bleibt. Die sich durch die fast kosmischen Exkurse „Wait (I’m Sorry)“ und „Gathering The Pieces“ verstärkt. Mit dem eingängigen „Days (As Time Slips Away)“ hält das Album noch einen überaus charmanten Indie-Hit als As in der Hinterhand. Zum Ende ändert sich jedoch das Blatt und es dominiert wüster Indie-Rock („We See You (Taking Aim)“ sowie sanft progressive Klänge in „Prog Rock Arp (I Know)“. Einmal mehr haben Sophia die hohen Erwartungen erfüllt.

„Holding On / Letting Go“ von Sophia erscheint am 25.09.2020 bei The Flower Shop Recordings / Cargo Records. (Beitragsbild: Pressefoto)

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