
Arny Margret: I Went Outside – Song des Tages
18. Juli 2023
Mutual Benefit: Little Ways – Song des Tages
19. Juli 2023Drittes Album des Metal-Trios Somnuri aus Brooklyn, das anschaulich verdeutlicht, welche Bandbreite an Sounds unter dem Begriff „Heavy Metal“ subsumiert wird.
von Michael Thieme
Wer die ersten beiden Alben der New Yorker kennt, reißt unter Umständen erschrocken die Augen auf – mit solcher, fast schon an Black Metal gemahnender, finsteren Brachialität wie auf dem Opener „Death Is The Beginning“ ging das Trio bisher nicht zu Gange. Ein Einsteig wie ein Statement für alle, die die Band durch die neue Single „What A Way To Go“ entdeckt haben. „Seien wir doch ehrlich: ‚What A Way To Go‘ ist ein Pop-Song, der verdammt heavy ist“ beschreibt Gitarrist sowie Sänger Justin Sherell im aktuellen Legacy diesen Sachverhalt. Nicht der einzige – halbe Popsongs stecken in so einigen Stücken der Platte. Die Kunst ist, sie so mit den harten Sounds zu verschmelzen, dass sie eine Synthese eingehen und nicht wie aneinander
___STEADY_PAYWALL___
geklebt wirken. Auch „Hollow Visions“ z.B. bemüht die im Genre ubiquitäre Abwechslung von cleanen Vocals mit Gegröle (beides kann Sherell ganz famos), schafft es jedoch diese stimmig zu verbinden und hat damit einigen größeren Formationen kompositorisch einiges voraus.
Auf dem Weg zur Lieblingsband?
Eine heftige Cheesyness im Refrain von „Death Is The Beginning“ konterkariert das erwähnte Statement allerdings auch wieder etwas. „Paramnesia“ auf Posten Zwei klingt unterm Strich weit härter – doomy wie sumpfig werden hier Assoziationen wach zu den Sound-Schwergewichten aus dem amerikanischen Süden wie z.B. Crowbar. Heavy können Somnuri mit ihrem Ritt zwischen Sludge und New Metal, den Anhänger dieser Subzenen gut hören können – vielleicht ohne Somnuri nun gleich zur neuen Lieblingsband ernennen zu wollen. Noch nicht. Brecher wie z.B. „Pale Eyes“ ebnen den Weg dazu.
Somnuris kompositorische Vielfalt
Seit dem selbstbetitelten Erstling hat sich die kompositorische Vielfalt von Somnuri enorm gesteigert. Ihr Output taugt ohne Weiteres dazu, müde gewordene Neunziger-Koryphäen wie C.O.C. oder gierig gewordene Resterampen-Truppen wie Pantera zu beerben. Innovationen gibt es zwar keine auf dem Album, Ausfälle jedoch auch nicht – der Spaßfaktor bleibt konstant hoch und macht Lust auf eine Live-Visite. Das ist weit mehr als man vielen Mitbewerbern attestieren kann.
„Desiderium“ von Somnuri erscheint am 21.07.2023 bei MNRK Heavy (Beitragsbild: Pressefoto)





