Sofia Portanet: Freier Geist – Albumreview

Sofia Portanet: Freier Geist – Albumreview

Die Wahlberlinerin Sofia Portanet entert den New Wave und schenkt mit ihrem Debütalbum „Freier Geist“ dem Indie-Pop einen neuen Schatz

Wenn man die Karriere von Sofia Portanet bereits zwei Jahre begleitet, kommt einem das Debütalbum „Freier Geist“ wie eine Art Best-Of-Ansammlung vor. Sechs der neun auf der Platte befindlichen Songs hat Portanet in diesem Zeitraum schon als Single vorab veröffentlicht. Fünf davon  stellten wir bei Sounds & Books als Song des Tages vor. Im Juni 2018 hat sich die am 09.11.1989 geborene und in Paris aufgewachsene Songwriterin nachdrücklich mit dem Titelsong ihres Erstlings auf sich aufmerksam gemacht.

Sofia Portanets Vorabsingles

Sofia Portanet Freier Geist Cover Duchess Box Records

Die Debütsingle überzeugte mit ihrer Mischung aus Neuer Deutscher Welle, Psychedelic- und French-Pop. Den schillernd-farbenfrohen Song sang Portanet mit ihrer in der Oper ausgebildeten Stimme leicht theatralisch und entwickelte sich schnell zum „Indie-Pop-Darling“ der Saison. „Freier Geist“ hat es auf das Album mit seiner englischen Fassung „Free Spirit“ als Opener geschafft. Die gemeinsame Reise zwischen der Wahlberlinerin und Sounds & Books ging im Dezember 2018 mit der nächsten Single weiter. „Wanderratte“ hatte den treibenden, aber stoizistischen, an DAF und Fehlfarben angelehnten Synth-Pop-Groove und verführte mit einer betörend-eingängigen Indie-Pop-Melodie. Letztes Jahr folgten der melancholisch-erhabene New-Wave-Indie-Art-Pop von „Das Kind“ sowie das am Post-Punk geschulte, sehr affektierte „Planet Mars“.

Sofia Portanet zwischen Joy Division und The Cure

Bevor wir im März dieses Jahres auch noch das rauschhafte „Art Deco“ bei uns seinen Platz fand, stand der Besuch eines Sofia Portanet-Auftritts beim Reeperbahn Festival 2019 auf dem Programm. Kurz vor der Albumveröffentlichung erschien dann mit „I Trust“ die sechste Alumusauskopplung, die auf dem Longplayer mit der deutschen Version „Menschen und Mächte“ vertreten ist.  Joy Division und frühe The Cure standen hier Pate und einmal mehr berauscht man sich an Portanets Stimme und den Sounds der Spät-Siebziger und Früh-Achtziger. Man fühlt sich wie hypnotisiert beim Hören des Albums. Die restlichen Songs, das vergleichsweise galoppierende „Waage“, das futuristisch-kosmische „Ringe“ und der erhaben-sakrale, in französischer Sprache gesungene Closer „Racine“ ergänzen das Album vortrefflich. Der Indie-Pop ist um einen Schatz reicher.

„Freier Geist“ von Sofia Portanet ist am 03.07.2020 bei Duchess Box Records erschienen. (Beitragsbild von Alexander Malecki)   

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