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15. Januar 2026Ein typisches und gleichzeitig überraschend neues Album von Sleaford Mods, auf dem die Wut erstmals auch abgefedert und umgedeutet wird
Die Sleaford Mods blicken auf eine nahezu beispiellose Erfolgsgeschichte zurück. Aus dem radikal reduzierten Ansatz – sprechgesungene Tiraden über karge Beats, sozialer Zorn als ästhetisches Prinzip – ist über die Jahre ein international geschätztes Markenzeichen geworden. Lange schien diese Formel unerschöpflich: Album folgte auf Album, mit Variationen im Detail, aber einer klar wiedererkennbaren Handschrift. Ähnlich wie bei AC/DC, über die man seit Jahrzehnten sagt, sie nähmen immer wieder dasselbe Album auf, galt auch bei den Mods zuletzt die Formel als entschlüsselt. So wurden vereinzelt erste Ermüdungserscheinungen laut – weniger als Vorwurf, eher als vorsichtige Frage, ob sich die Wut nicht irgendwann selbst wiederhole.
Abkehr von der Dauererregung
„The Demise Of Planet X“ markiert nun genau an diesem Punkt eine
Zäsur. Jason Williamson hat mehrfach betont, er wolle nicht mehr ausschließlich wütend sein – das tue ihm nicht gut. Diese Einsicht ist mehr als ein biografisches Detail, sie prägt das Album hörbar. Zwar bleibt der grantige Realismus erhalten, doch er wird ergänzt durch Momente der Reflexion und des Innehaltens. Stücke wie „Bad Santa“ oder „Don Draper“ sind vergleichsweise downtempo, weniger auf Konfrontation als auf Atmosphäre angelegt. Andrew Fearn nutzt den erweiterten Raum für subtilere Texturen, ohne den charakteristischen Minimalismus preiszugeben. Die Musik wirkt dadurch nicht zahmer, sondern reifer.
Gäste als ästhetische Öffnung
Am deutlichsten zeigt sich der neue Ansatz in der prominenten Gästeliste. Die neuseeländische Singer-Songwriterin Aldous Harding verleiht „Elitest G.O.A.T.“ mit ihrer eigentümlich schwebenden Stim…





