Shelby Lynne & Allison Moorer: Not Dark Yet – Album Review

Shelby Lynne & Allison Moorer: Not Dark Yet – Album Review

 

Herzzerreissende Americana-Coverversionen der beiden Schwestern

Erstaunlich. Jetzt sind die beiden Schwestern Shelby Lynne und Allison Moorer Ende und Mitte 40, veröffentlichen seit fast dreißig, respektive zwanzig Jahren Platten, doch ist Not Dark Yet ihr erstes gemeinsames Albumprojekt. Ein Album mit neun Coverversionen  und einer gemeinsamen Komposition. Da stellt sich die Frage: Wieso nicht früher? Man verliebt sich recht schnell in den symbiotischen Lynne-Moorer-Schwesterngesang und die Auswahl und Interpretation der für Not Dark Yet aufgenommenen Songs ist formidabel. Die Oscar- und Grammy-Nominierten Damen reduzieren das The Killers-Pathos von „My List“ auf das Notwendigste, bleiben aber immer noch der Killers-Größe treu.

Sounds & Books_Shelby Lynne & Allison Moorer_Not Dark Yet_CoverBereits bei diesem Opener dabei, und fast bei allen anderen Songs ebenfalls, Tom Pettys Heartbreaker Benmont Tench am Piano und Gitarrist Doug Pettibone (Lucinda Williams), die zu einer exquisiten Note beitragen. Mit schmachtender Romantik begegnen uns Shelby Lynn und Allison Moorer mit „Every Time You Leave“ von den Louvin Brothers und nicht minder herzzerreißend ist ihre Variante von Jessi Colters „I’m Looking For Blue Eyes“. Das Dunkle und Dramatische bleibt „Lungs“ von Townes Van Zandt erhalten, während Bob Dylans titelgebender Track „Not Dark Yet“ wohltemperiert auch bei Lynne & Moorer unter die Haut geht.

Ähnlich eindrucksvoll die Version von Nick Caves „Into My Arms“, pianoorientiert, jedoch mit dezenter Schlagzeug-, Bass- und Gitarren-Begleitung. Ein Glanzstück des Albums. Einzig bei „Lithium“ von Nirvana verheben sich Lynne und Moorer, das Stück wirkt doch wie ein Fremdkörper unter den anderen, wahrlich wunderschönen Americana-Folk-Song-Interpretationen („The Color Of A Cloudy Day“ von Jason Isbell und Amanda Shires, „Silver Wings“ von Merle Haggard). Doch versöhnen die zwei sofort wieder mit der schwermütigen, das Album abschließenden Eigenkomposition „Is It Too Much“. Und das verlangt doch nach mehr, oder?

„Not Dark Yet“ von Shelby Lynne und Allison Moorer erscheint am 18.08.2017 bei Silver Cross Records / Thirty Tigers / Alive (Beitragsbild: Pressefoto).

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