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5. März 2025Von der Indie-Folk-Sängerin zur Rock-Frontfrau: Die Entwicklung von Sharon Van Etten ist erstaunlich, aber überzeugend. Auch auf der Bühne.
von Werner Herpell (Text) und Franz Naumann (Fotos)
Wie wohl sich Sharon Van Etten „zum ersten Mal in meinem Leben mit einer richtigen Band“ fühlt, ist am 04.03.2025 im Berliner „Astra Kulturhaus“ gut 90 Minuten lang eindrucksvoll zu besichtigen. Die 44-jährige Sängerin aus New Jersey, seit ihrem Debüt „Because I Was In Love“ (2009) offiziell solo unterwegs, lässt sich in den muskulösen, dunklen Rock-Sound ihrer „Familie“ (so nennt sie The Attachment Theory einmal dankbar) entspannt hineinfallen. Sie geht in der neuen Rolle als Frontfrau einer festen Studio/Live-Gruppe erstklassiger Musiker so richtig auf.
„It feels good to not be in our country right now“
Wie unwohl sich Sharon Van Etten hingegen als US-amerikanische Staatsbürgerin momentan fühlt, wird in einem sehr
offenen, für geschockte Künstler aus dem Trump-Land derzeit nicht selbstverständlichen Bühnen-Statement deutlich. „It feels good to not be in our country right now“, es tue so gut, jetzt nicht in der Heimat zu sein, sondern stattdessen umgeben von lauter Menschen, die aufeinander achtgeben und sich respektieren, sagt sie – und spricht auch von der Hoffnung, die gute Live-Vibes aus dem Publikum ihr vermitteln. Euphorischer, zustimmender Applaus.
Zu diesem Zeitpunkt liegt der proppenvolle Berliner Konzertclub der Sängerin im schwarzen Kleid und ihrer vierköpfigen Band ohnehin schon längst zu Füßen. Kein Wunder bei einer am Ende 17 Lieder umfassenden Crowdpleaser-Setlist, die sich vor allem aus aktuellem Material zusammensetzt. Konkret aus neun der zehn Songs des selbstbetitelten




