Scott H. Biram: Nothin‘ But Blood – Album Review

Ein gewitztes Amalgam aus Country, Folk, Blues und Rock

von Gérard Otremba

Eine irre Platte. Nothin‘ But Blood, das neunte Album von Scott H. Biram, verbindet scheinbar mühelos Country, Folk, Blues, Punk, Rock und, ja, Metal. Der 39-jährige Texaner geht als One-Man-Band kompromiss- und schnörkellos ans Werk, springt behände von Stil zu Stil, kombiniert die Richtungen und das alles wirkt erfrischend und kraftvoll. Seinen Geschichtenreigen über Leben, Tod und Leidenschaft beginnt Biram mit „Slow & Easy“, wo er Country, Blues und Roots-Rock verbindet. In „Gotta Get To Heaven“ mischt er die Prise Folk hinzu und stellt die Verbindung zwischen Johnny Cash und Bob Dylan her, bevor eine dreckige E-Gitarre im „Alcohol Blues“ ertränkt. Ein elektrisierender Reißer, bei dem Johnny Winter auf Howlin‘ Wolf trifft. „Never Comin‘ Home“ dann wieder betörender Songwriter-Country-Folk, bevor Biram in „Only Whiskey“ zum großen Punk-Rock-Schlag ausholt. Mit „Jack Of Diamonds“ folgt ein sinisterer Blues-Noir, in „Nam Weed“ vereint Biram Johnny Cash und Willie Nelson und seine Version von „Back Door Man“ hat natürlich nichts mit der Doors-Fassung zu tun, sondern kommt als fieser, hinterhältiger Slow-Motion-Blues daher. Boogie-Blues und Hardrock mischt Biram für „Church Point Girls“, Country-Folk gibt es wieder bei „I’m Troubled“ zu hören und „Around The Bend“ sorgt für einen wilden Metal-Abschluss von Nothin‘ But Blood. Doch Scott H. Biram ist Experte in vielen Stilrichtungen und verwöhnt den Hörer noch mit drei Gospel-Zugaben: „Amazing Grace“ mit Bluesharp und viel Regen, „When I Die“ als Country-Schunkler und „John The Revelator“ mit Handclapping als Blues-Stampfer. Mit Nothin‘ But Blood gelingt Scott H. Biram ein wahrlich interessanter und abgefahrener Genre-Mix.

„Nothin‘ But Blood“ von Scott H. Biram ist am 28.02.2014 bei Bloodshot Records / Rough Trade erschienen.

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