Sammy Brue: Crash Test Kid – Albumreview

Sammy Brue by Taylor Bonin

Der 18-jährige Sammy Brue mischt mit seinem zweiten Album „Crash Test Kid“ den Rockzirkus auf

Im zarten Alter von zehn, elf Jahren schrieb Sammy Brue seine ersten Songs, es folgten drei EPs in Eigenregie, bevor bereits mit fünfzehn sein Albumdebüt erschien. „I Am Nice“ kam 2017 heraus und die amerikanische Presse war voll des Lobes. Von einem „Americana prodigy“ schrieb der Rolling Stone, und auch die Kollegen vom American Songwriter Magazin erhoben Brue zum „Wunderkind“. Nach einer weiteren EP für New West Records hat der 18-Jährige ebendort mit „Crash Test Kid“ seinen zweiten Longplayer veröffentlicht. Und ja, an der Sache mit dem „Wunderkind“ scheint was dran zu sein.

Sammy Brue will Führung übernehmen

Sammy Brue Crash Test Kid Cover New West Records

Der in Portland, Oregon, beheimatete Songwriter, der schon im Vorprogramm von Michael Kiwanuka und der Marcus King Band zu sehen war, hat die Gabe, sowohl berührende Folk-Songs als auch enthusiastische Rocksongs zu komponieren. Während sein Debüt in den Muscle Shoals Studios mit Hilfe von Ben Tanner (Alabama Shakes) und John Paul White (The Civil Wars) entstand, arbeitete Sammy Brue bei „Crash Test Kid“ mit dem irischen Produzenten und Singer-Songwriter Iain Archer (Jake Bugg, Snow Patrol). Übrigens, falls die Jugendbewegung noch einen Leader sucht, Sammy Brue sieht sich in dieser Rolle. „Zu vieles ist seit so vielen Jahren gleich geblieben, und ich weiß, dass eine Veränderung bevorsteht. Ich bin bereit, die Führung zu übernehmen“, so sein Statement. Große Veränderungen bringt der Sound seines neuen Albums zwar  nicht, aber viel neuen Schwung.

Abwechslung und viel Feuer

Beginnt der Opener „Gravity“ noch wie ein Simon & Garfunkel-Folkkleinod, begibt sich Brue mit seiner Band plötzlich in DIY-Manier in den Probekeller und frönt ausgelassenem Garage-Rock. Galoppierender Country-Rock’n’Roll („Die Before You Live“) bereitet uns anschließend auf das nächste Highlight vor. „Teenage Mayhem“ ist die aufregende, dem Punk huldigende, vorwärtstreibende, schwitzende und nimmermüde Rock-Hymne (wie sie früher  The Who so gut konnten), die es einfach immer wieder braucht. Im Titeltrack „Crash Test Kid“ beeindruckt Brue indes mit einer bewegenden Piano-Streicher-Ballade.

Seinen Americana-Folk-Rock unterfüttert Brue gerne mit Sixties-Pop, und so klingt „Megawatt“ wie eine herrliche Mischung aus Tom Petty und The Kinks. Wie soll man da nicht in Euphorie verfallen? Ebenso ist Sammy Brue das Sehnen und Schmachten nicht fremd, wie „True Believer“ ganz hervorragend beweist, während der „Skatepark Doomsday Blues“ in Psychedelic-Rock-Gefilde driftet. Das Nachwuchstalent sorgt für mächtig viel Abwechslung und hat genug Feuer, um den Rockzirkus aufzumischen. Weiter so!

„Crash Test Kid“ von Sammy Brue erscheint am 12.06.2020 bei New West Records / PIAS / Rough Trade. (Beitragsbild von Taylor Bonin)         

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