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2. September 2025Wie bitte? Das letzte Album von Saint Etienne? Zum Abschied nach 35 Jahren holt das britische Club-Pop-Trio nochmal alles an Euphorie und Melancholie aus sich heraus.
von Werner Herpell
So geht Abschied. So wie Saint Etienne das machen. Mit „Glad“, einem der besten Songs ihrer 35-jährigen Karriere, als Album-Opener – und einem Tränenzieher namens „The Last Time“ als finalem Track. Aber fangen wir vorne an. Mit einer Frage: Kann es dieses Jahr einen tolleren Dancefloor-Popsong geben als „Glad“ von Saint Etienne? Wohl kaum, denn da kommt alles zusammen, was Stil hat und zugleich mit zwingendem Groove die Beine in Bewegung versetzt.
Der letzte Banger
In den gut drei „Glad“-Minuten verquirlen die
Briten Sophisticated-Pop- und Club-Elemente von Everything But The Girl, Swing Out Sister, Prefab Sprout, Pet Shop Boys (diese Synthie-Fanfare!) und den Doves (deren Jez Williams hier nicht zufällig gefeatured wird) mit der wunderbaren Stimme der göttinnengleichen Saint-Etienne-Frontfrau Sarah Cracknell. Der fabelhafte Opener und die Qualität weiterer Tracks von „International“ – das ist die gute Nachricht zum neuen Album des 1990 von Bob Stanley und Pete Wiggs in London gegründeten Trios. Die schlechte, eingangs schon angeteasert: Dies ist ihre letzte Platte, so heißt es vom langjährigen Label Heavenly Recordings. Wie schade…
Also dann: Goodbye with a bang! Das sieht die Band genauso. Die drei Musiker trennen sich nicht aus Entfremdung oder wegen Streitereien, betont Heavenly. „Sie sind nach 35 Jahren gemeinsamer Aufnahmen immer noch die besten Freunde – aber sie haben nicht das Gefühl, dass sie ewig weitermachen wollen, und möchten sich deshalb mit einem Knall verabsc…





