Rufus Wainwright: I’m A Stranger Here Myself – Wainwright Does Weill

Rufus Wainwright Credit Brandon Michael Young

Nach Shakespeare-Sonetten, Opern und Requiem nun ikonische Kurt-Weill-Lieder: Gelingt Rufus Wainwright die nächste Stippvisite in der „Hochkultur“?

von Werner Herpell

Berührungsängste zur „Hochkultur“ kennt Rufus Wainwright schon lange nicht mehr. Davon zeugen beispielsweise die Arbeiten des kanadisch-amerikanischen Singer-Songwriters für Robert Wilsons „Shakespeare-Sonette“ am Berliner Ensemble, die beiden Opern „Prima Donna“ und „Hadrian“ sowie zuletzt das monumentale Orchester-Chor-Werk „Dream Requiem“. Einiges davon fand (räusper räusper…) eher gemischte Resonanz bei Musikkritikern und Fans. „Schuster bleib bei deinem Leisten“, hieß es sogar von beinharten Rufus-Verehrern. Wie schlägt er sich nun mit dem auch schon viele Jahrzehnte alten, ikonischen Liedgut des Kurt Weill?

Auf dem Papier passt das schon mal…

Rufus Wainwright I'm A Stranger Here Myself Albumcover

Die Kombination

„Wainwright Does Weill“ (so der Untertitel dieses Tribute-Albums) passt zumindest auf dem Papier perfekt. Trifft der fabelhafte Popsänger mit Wohnsitz Los Angeles hier doch, begleitet von einem 40-köpfigen Jazz-Orchester, auf einen legendären, bis heute beliebten deutschen Komponisten der Weimarer Theatermusik und sinfonischer Werke mit Hollywood-Touch. So wird „I’m A Stranger Here Myself“ tatsächlich, wie erhofft, zu einem opulenten Fest der Interpretationskunst. Weill (1900-1950) hätte vermutlich seine Freude daran gehabt, wie theatralisch und virtuos, eigenständig und respektvoll zugleich der inzwischen 52-jährige Wainwright diese unsterblichen Songs live vor einem begeisterten US-Publikum zelebriert.

„Die Lieder von Kurt Weill beschäftigen mich schon seit langem und sind für mich nach wie vor geheimnisvoll. Ob es nun die Eröffnung von ‚Mack The Knife‘ oder die abschließende Explosion von ‚Lost In The Stars‘ ist – diese wundersame musikali…

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