Rolling Blackouts Coastal Fever: Hope Downs – Album Review

Rolling Blackouts Coastal Fever: Hope Downs – Album Review

Die neuen Gitarren-Indie-Pop-Rock-Lieblinge aus Down Under

Rolling Blackouts Coastal Fever ist die australische Band der Stunde. Man kann nur hoffen, dass dem Quintett aus Melbourne nicht der ewige Geheimtipp-Status anhaften wird, wie es einst ihre überragenden Kollegen von The Go-Betweens ereilte, die immer am Rande des großen Durchbruchs standen, ihn jedoch aus vielerlei Gründen nicht schafften (wie man es in der feinen Autobiographie Grant & Ich von Robert Forster nachlesen kann). Die der Songwriter, Sänger und Gitarristen Fran Keaney, Tom Russo und Joe White, sowie Bassist Joe Russo und Schlagzeuger Marcel Tussie haben das große Potential, in die Fußstapfen ihrer kultig verehrten Musikgenossen zu treten und nach zwei EPs gelingt ihnen mit dem Debütalbum Hope Downs gleich mal der erste große Wurf.

Rolling Blackouts Coastal Fever Hope Downs Albumcover Sub PopZehn Indie-Pop-Rock-Perlen versammeln sich auf Hope Downs und jeder, der die Go-Betweens liebt, wird Rolling Blackouts Coastal Fever zu Füßen liegen. Filigraner Gitarren-Pop, Jingle-Jangle-Pop, Surf-Pop, Schrammel-Pop, hochgradig infektiöse Melodien und liebreizende Harmonien, flankiert von vorwärtspreschenden Drums und treibenden Bässen. „Talking Straight“, der wohl griffigste Ohrwurm des Albums hat die ganze melancholische Sehnsucht der Go-Betweens und den Punch eines guten The Strokes-Songs. Zwar ohne die New York City-Coolness, aber mit dem Strand-Flow Melbournes. Zuvor brillieren und attackieren die Gitarren bereits im Opener „An Air Conditioned Man“, man ist dem Strudel der Ereignisse sofort ausgeliefert und glückstrunken vor Seligkeit.

Immer wieder stößt man auf die typischen Go-Betweens-Erzählstimmen, die in ihren Texten die Einsamkeit, das eigene privilegierte Leben in Zeiten von Flüchtlingsströmen oder die Ängste und Hoffnungen in Zeiten der Desillusionierung thematisieren. Von den zehn Gitarren-Pop-Rock-Krachern ragen neben den bereits erwähnten Tracks noch das fluffige, lieblich-verträumte „Cappuccino City“, das euphorische „Exclusive Grave“ sowie der elegante Closer „The Hammer“ heraus. Allein, man kann sich natürlich des bitter-süßen „Bellarine“ genauso wenig entziehen wie dem fast punkigen Drang von „Time In Common“. Hope Downs von Rolling Blackouts Coastal Fever ist ein einziger Rausch und gehört definitiv zu den Lieblingsalben des Jahres 2018.

„Hope Downs“ von Rolling Blackouts Coastal Fever ist am 15.06.2018 bei Sub Pop / Cargo Records erschienen (Beitragsbild: Rolling Blackouts Coastal Fever by Warwick Baker).

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