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31. Januar 2026Der Albumtitel bringt es auf den Punkt: Pianist Roberto Fonseca und Cellist Vincnet Segal zelebrieren eine magische „Pariser Nacht in Havanna“. Es ist ein Meisterstück der Reduktion.
von Werner Herpell
Nur zwei Instrumente, Klavier und Cello, sind auf diesem Album gemeinsam zu hören – aber wie voll, ja wie eigentlich komplett das klingt! Da fehlt rein gar nichts, um mit so wenig Aufwand einen schwelgerischen, opulenten Sound und beim Hörer wunderschöne Bilder im Kopf zu erzeugen. Man spürt, dass hier zwei Meister ihres Fachs zusammenspielen, die kluge Reduktion nicht mit öder Kargheit verwechseln: der kubanische Pianist Roberto Fonseca und der französische Cellist Vincent Segal. Sie schaffen es mit einer imaginierten „Pariser Nacht in Havanna“ (so der Albumtitel), ihre klassischen Einflüsse mit afro-kubanischer Traditionen und zeitgenössischer Jazz-Improvisation zu verknüpfen.
Zwei grenzüberschreitende Musiker
In den elf Kompositionen – sieben von Fonseca, vier von Segal – arbeiten die beiden grenzüberschreitenden Musiker auf „Nuit Parisienne À La Havane“ zum ersten Mal zusammen. Der 1975 in Havanna geborene Pianist wurde bekannt durch seine frühen Jahre mit dem damals schon weltberühmten Buena Vista Social Club und hat dann mit Weltstars wie Herbie Hancock, Esperanza Spalding, Fatoumata Diawara, Baba Sissoko und Giles Peterson gespielt. Die Projekte des 58-jährigen Reimsers Segal reichen von Cesaria Evora über Ballaké Cissoko bis zu Elvis Costello und Ibrahim Maalouf. Spontan über fünf Tage hinweg aufgenommen, präsentiert das Album die Virtuosen von ihrer feinfühligsten, abenteuerlichsten und künstlerisch neugierigsten Seite.
„Ich bin sehr stark von klassischer Musik beeinflusst, insbesondere von Bach und Chopin“, sagt Fonseca. „Die Absicht war es, eine Klangwelt zu schaffen, in der Leidenschaft vorherrscht, und eine Klangfülle zu vermitteln, die für viele Zuhörer neu sein mag, eine Hommage an die großen Komponisten der klassischen und universellen Musik, aber auf originelle Weise.“ Der Albumtitel spiegelt Fonsecas tiefe Verbindung zu Paris, der französischen Metropole, in der er gerne leben würde, und natürlich zu seiner Geburtsstadt.
Ein Virtuosenwerk von Fonseca/Segal
Die Zusammenarbeit ergab sich, nachdem die beiden Musiker sich zwar schon lange, aber noch nicht allzu gut kannten. „Roberto schlug vor, seine Komposition ‚Rumbo a Tí‘ (jetzt der Album-Opener) zu spielen, und wir spielten sie mit großer Freude, denn wir teilen eine gemeinsame Musikkultur“, sagt Segal. Die Aufnahmen erforderten daher kaum Vorbereitung – Fonseca/Segal gingen einfach ans Werk und schufen etwas, das der Kubaner als „verschiedene Kurzfilme, jeder mit eigener Geschichte“ beschreibt. „Durch Atmosphäre und Melodie versuche ich einfach, alle Zuhörer auf eine klangliche Reise mitzunehmen.“
Diese Reise führt vom Jazz und den kubanischen Rhythmen verschiedener Epochen über französische Chansons und Musette, klassische Musik etwa des Impressionismus von Ravel oder Debussy bis zu afrikanischen Texturen. „Nuit Parisienne À La Havane“ ist ein so nostalgisches wie modernes Duo-Album zweier Meister aus verschiedenen Lebenswelten, die mit spielerischer Leichtigkeit eine gemeinsame Sprache entwickelt haben. Ein wunderbares Virtuosen-Werk zum Staunen und Entspannen gleichermaßen.
Das Album „Nuit Parisienne À La Havane“ von Roberto Fonseca & Vincent Segal ist am 30.01.2026 bei Artwork Records erschienen. (Beitragsbild: Albumcover)





