Rhiannon Giddens: They’re Calling Me Home

Rhiannon Giddens: They’re Calling Me Home

Gemeinsam mit Jazz-Pianist und Tamburin-Spezialist Francesco Turrisi zimmert Rhiannon Giddens ein Lockdown-Album voller persönlicher Klassiker

Manche Menschen sind mit schwindelerregend viel Talent gesegnet. Rhiannon Giddens zum Beispiel. Sie studierte klassischen Gesang und singt Opernarien (allerdings, laut eigener Aussage, nicht so gut wie viele andere dies tun), entdeckte irgendwann die Old-Time-Music für sich und kniete sich in das praktische wie theoretische Studium von Fiddle sowie Banjo: ein traditionelles afro-amerikanisches Instrument, das von Weißen für Country & Bluegrass nicht nur adaptiert, sondern sogar assimiliert wurde. Live-Auftritte der Amerikanerin mit Wohnsitz Irland sind spannende Abende, die man nach einer außergewöhnlichen Performance auch noch mit einem enormen Erkenntnisgewinn verlässt, wie aus dem Artikel bei Rockstage Riot hervorgeht.

Ein Statement von durch die Pandemie entwurzelten Menschen

Rhiannon Giddens They're Calling Me Home Cover Nonesuch Records

Nach Alben mit den Carolina Chocolate Drops sowie Our Native Daughters, in denen US-Folk aus einer schwarzen und feministischen Sicht erzählt wird;  Soloplatten sowie Beteiligung an diversen Projekten wie z.B. den „New Basement Tapes“ (bei dem bisher unveröffentlichte Lyrik von Bob Dylan musikalisch aufgearbeitet wurde) veröffentlichte Giddens in Zusammenarbeit mit dem ebenso im irischen Exil lebenden, italienischen Jazz-Pianisten wie Tamburin-Spezialisten Francesco Turrisi mit „They’re Calling Me Home“ heute das zweite Album nach dem 2019 erschienenen „There Is No Other“.

Anders als der Vorgänger, bei dem Einflüssen der ganzen Welt mit besonderem Augenmerk auf Afrika und dem Mittelmeerraum auf die amerikanische wie europäische Musik nachgespürt wurde, ist „They’re Calling Me Home“ ein Statement von Menschen, die ihre Heimat verlassen haben und gegenwärtig durch die Pandemie von ihren Wurzeln und Familien gekappt wurden. „Es ist etwas ganz anderes, woanders zu leben, wenn man die Möglichkeit nicht mehr hat, jederzeit nach Hause zu fahren“ beschreibt Giddens diesen Zustand im Interview mit Kulturnews.

Alle sollten die Platten von Rhiannon Giddens hören

Zusammen mit ihren Mitstreiter:Innen, der Multiinstrumentalistin Emer Mayock sowie dem Gitarristen Niwel Tsumbu, zimmerte das Paar ein Lockdown-Album voller für sie persönlich wichtiger Klassiker wie „O Death“ oder „Black As Crow“ inklusive zweier italienische Lieder in der Landessprache. Giddens kanns ja, wie so vieles. Mit „Avalon“ findet auch eine Eigenkomposition Giddens‘ aufs Album. Die unzähligen Live-Streams, die Giddens und Turrisi in den letzten Monaten ins Netz stellten, verdeutlichen den Schaffensdrang der beiden, dem wir auch dieses Album zu verdanken haben. Selbst scheinbar abgenudelte Klassiker wie „Amazing Grace“ kommen hier zu neu gehörter Blüte. Ein akustisches Kleinod von einer Künstlerin mit Mission, Hingabe und, wie gesagt, enormem Talent. Alle sollten ihre Platten hören.

„They’re Calling Me Home“ von Rhiannon Giddens und Francesco Turrisi erscheint am 09.04.2021 bei Nonesuch / Warner Music.

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