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22. September 2025Letzter Tag beim Reeperbahn Festival 2025, u.a. mit Christin Nichols, Blondshell und Laura-Mary Carter
Text von Gérard Otremba, Fotos von Sarah Ismail und Gérard Otremba
An vier Tagen lockte das Reeperbahn Festival 2025 gut 43 000 Besucher an. Circa 635 Konzerte von rund 450 Acts aus 30 Nationen in über 70 Spielstätten verwandelten Hamburg in das alljährliche Musikmekka. Unter dem Motto „Imagine Togetherness!“ feierte der Kiez auf St. Pauli die Musik, die Künstler und Künstlerinnen. Bereits der Auftakt am Mittwoch bot ein dichtgedrängtes und überragendes Programm (Sounds & Books berichtete). Der Donnerstag hielt mit und hatte mit Nina Chuba noch einen Überraschungsgast in petto (siehe unsere Review), während der Freitag mit 15 Kraftklub-Guerilla-Kurzkonzerten aufwartete (Sounds & Books berichtete). Doch musste sich der Samstag nun nicht wahrlich nicht verstecken.
Christin Nichols und Yukimi beim Reeperbahn Festival
Zumal das Hamburger Wetter, nach den miesen Regenfällen am Donnerstag, nochmal zum letzten sommerlichen Schlag mit Temperaturen von weit über 20 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit ausholte. Und schon war der Kaiserkeller beim Konzert von Christin Nichols wieder sehr warm, wie die Berliner Songwriterin kurz vor Schluss ihres Gigs ganz richtig bemerkte. Hielt die einst in Hamburg wohnhafte und deshalb immer gerne in Elbestadt zurückkehrende Musikerin aber nicht davon ab, mit ihrer dreiköpfigen Band aus Gitarre, Drums und Bass eine Stunde lang Vollgas zu geben. Und weil ihr vom Post-Punk und NDW infizierte Indie-Rock-Pop so ungemein in die Beine geht – von „I’m Fine“ über „Unsterblich“ bis „Kein Anschluss“ – kamen zahlreiche ihrer Fans aus dem Tanzen nicht mehr heraus. Und obendrauf gab die Weltpremiere der am 24.09.2025 erscheinenden Single „Cheerleader“.
Ganz andere Sounds erklangen im Mojo Club, wo Yukimi Nagano mit ihrer Band auftrat, einigen sicherlich als Sängerin der Synthpop-Band Little Dragon bekannt. Das Solo-Debütalbum „For You“ der Schwedin mit japanisch-amerikanischen Wurzeln ist dieses Jahr erschienen, ihr Stilmix aus Elektro-Pop, Soul, R&B, Jazz und Dub gehörte sicherlich zu den faszinierendsten des letzten Abends beim Reeperbahn Festival 2025.














Blondshell und 49th & Main
Als eine überaus charmante und charismatische Erscheinung entpuppte sich Sabrina Teitelbaum, aka Blondshell, die mit ihrer vierköpfigen Band aus zweimal Gitarre, Bass und Drums im ebenfalls sehr warmen Docks spielte. Viel Hymnisches lag in ihren Indie-Rock-Songs, die auf Platte (im Mai erschien das Zweitwerk „If You Asked For A Picture”) im Dunstkreis von Julia Jacklin oder Soccer Mummy liegen, live mit überwältigenden, mich an Manic Street Preachers erinnernden, Weltumarmungsmelodien erfreuten. Nächste Woche live in Berlin und Köln, sollten sich die dort ansässigen Musikfreunde nicht entgehen lassen. Im Mojo Club wiederum fusionierte das aus dem irischen Kilkenny stammende Duo 49th & Main Indie-Pop, Elektro und House mit Elementen aus Soul und Jazz. Das neue Album „Happy Tears“ von Paddy King und Ben O’Sullivan erblickte dieses Jahr das Licht der Welt, ihre etwas ältere Single „Catching Eyes“ verzeichnet inzwischen über 10 Millionen Streams. Und der Mojo Club ganz im Rave-Fieber.
















Laura-Mary Carter und Rowena Wise beim Reeperbahn Festival 2025
Der Abschluss des vierten und letzten Tages beim Reeperbahn Festival 2025 blieb bei Sounds & Books zwei Songwriterinnen vorbehalten. Im April war Laura-Mary Carter noch als Mitglied von Blood Red Shoes im Molotow zu erleben (Sounds & Books berichtete), diesmal stellte sie die Songs ihres am 26.09.2025 erscheinenden Solo-Debüts „Bye Bye Jackie“ vor. Mit Blood Red Shoes zumeist schnell und laut, kamen diesmal die Fans harmoniebedürftiger Folk-Rock-Americana-Country-Songs auf ihre Kosten. Carter und ihre Band waren etwas gehandicapt, blieben doch ihre Instrumente am Flughafen in Heathrow liegen, Freunde in Hamburg halfen mit dem Equipment aus. Hat sich gelohnt, sehr schöne Songs von Laura-Mary Carter kann man ab Ende nächster Woche käuflich erwerben.
Kurz vor Mitternacht betrat schließlich die australische Musikerin Rowena Wise die Bühne des Imperial Theaters. Solo mit E-Gitarre stellte sie den Hamburgern Songs aus ihrem 2024 veröffentlichten Debütalbum „Senseless Acts Of Beauty“ vorzustellen. Viel Sehnsucht lag in der Stimme von Rowena Wise, die Lieder über die Liebe, Beziehungen, deren Ende, Mental Health in Covid-Zeiten und die Sterblichkeit mitbrachte und zu den meisten von ihnen Entstehungsgeschichten erzählte. Auch in den auf das Grundgebilde reduzierten Fassungen starke Indie-Songwriter-Folk-Pop-Rock-Songs unseres neuen Geheimtipps. Und ein starkes Ende für S&B beim Reeperbahn Festival 2025. Das Reeperbahn Festival 2026 findet vom 16.09.-19.09. statt.















