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15. August 2025Ganz plötzlich war es da: ein neues Live-Album von Radiohead. Die seit fast zehn Jahre offiziell inaktive Artpop-Band rehabilitiert damit eines ihrer bisher unterschätzten Werke.
von Werner Herpell
Selbst eine von ihren Fans so innig verehrte Band wie Radiohead hat das eine oder andere ungeliebte oder übersehene Album in ihrer Diskographie. „Hail To The Thief“ erschien 2003 nach dem bahnbrechenden Electropop-Doppelschlag „Kid A“/“Amnesiac“ (2000/2001) und vor dem dann erneut überirdisch guten „In Rainbows“ (2007). Ein Zwischenwerk für viele Kritiker (und wohl auch für die Oxforder Artpop-Ikonen selbst) – irgendwo bereits wieder auf dem Weg zurück zu mehr Gitarrenmusik, aber noch nicht ganz da. Zudem eine Platte ohne echte Radiohead-Klassiker für Konzerte (aber immerhin eine mit besonders tollem Cover-Artwork, auch dieser Schreiber trägt es auf einem T-Shirt mit sich herum).
Ein zunächst nur digitaler „Surprise-Release“
Nun kann man von der
insgesamt recht verhaltenen bis negativen Lesart für „Hail To The Thief“ Abschied nehmen. Denn das gut 20 Jahre alte Mauerblümchen wird mit einem zunächst nur digitalen „Surprise-Release“ (nicht dem ersten von Radiohead, siehe „In Rainbows“) großartig rehabilitiert. Live-Aufnahmen aus London, Amsterdam, Buenos Aires und Dublin zwischen 2003 und 2009 beweisen nicht nur, wie fantastisch Thom Yorke, Jonny Greenwood & Co. seinerzeit auf der Bühne agierten – sondern auch, wie brillant diese oft unterschätzten „Hail“-Songs (insgesamt zwölf von den 14 des Originalalbums, „Backdrifts“ und „A Punch Up At A Wedding“ fehlen) dann halt doch waren/sind.
Wie eigentlich alle Platten seit dem Neo-Prog-Geniestreich „OK Computer“ (1997) ist nämlich auch „Hail To The Thief“ letztlich ein Meisterstück des kopfgesteuerten, intellektuellen Songwritings, wie es für diese britische Band so typisch ist. „Jeder, der mal ve…





