Queens Of The Stone Age: Villains – Album Review

Queens Of The Stone Age: Villains – Album Review

 

Mut zum Stilbruch

Als Mitte des Jahres mit “The Way We Used To Do“ die erste Singleauskopplung aus dem neuen Queens Of The Stone Age-Album „Villains” erschien, hagelte es auf dem YouTube-Kanal der Band erstmal herbe Kritiken. “Zu monoton, gleichförmig, langweilig“, um nur einige der O-Töne wiederzugeben. Den Kritiken zum Trotz waren dennoch einige, im Herbst angekündigte Deutschlandkonzerte des 1996 gegründeten Quintetts ziemlich schnell ausverkauft. Die Queens sind nun mal Kult und „Villains” ist immerhin bereits die siebte LP der Palm Desert-Kalifornier, die zeigt, dass echter „Kokain-Pop“, wie die Band ihre Musikrichtung nennt, nicht tot zu kriegen ist.

Die Künstler kennen sich mit revolutionären Tönen aus, immerhin war der Frontmann Josh Homme Mitbegründer der legendären Stoner-Rock-Band Kyuss, berühmt für rauchige Gitarren und den Evergreen “One Inch Man“, der auf jeder Topliste der besten Musikstücke aller Zeiten ganz weit oben steht. Nach der Auflösung wurde nach viel Hin und Her die Queens Of The Stone Age gegründet, die die dumpfen, monoton-mystischen Gitarren von Kyuss aufnahmen, mit neuen Elementen bestückten und durch dieses aufgehübschte Konzept Musikgeschichte schrieben. Mit „Villains”  nimmt die Band nun Abstand zu früheren Konzepten und hüllt sich frei nach dem Motto “Des Kaisers neue Kleider” in ein frisches Gewand.

Sounds & Books_Queens Of The Stone Age_Villains_CoverDer düstere Gitarrenrock wird größtenteils abgelöst durch einen helleren Indie-Synth-Pop, in dem man fast Ansätze der Debüt-Platten der Killers oder Bloc Party wiederzuerkennen meint. Auch zarte Vergleiche mit Joy Division oder The Walkman lassen sich bei „Villains” nicht verleugnen. So ganz unbekannt ist also das neue Soundkonzept dann nicht. QOTSA beschreiten mit dem Album allerdings musikalisch ungewohntes Terrain, an das sich so manch eingefleischter Anhänger erstmal gewöhnen muss. Josh Homme begründet den Wechsel ihres Stils damit, dass er sich zum Beginn des Schaffensprozesses der neuen Platte immer wieder die Frage stellte, ob der alte Sound überhaupt noch zeitgemäß sei. Außerdem, ob immer am gleichen Konzept festzuhalten, nicht auch künstlerische Stagnation bedeute.

So wundert es dann im Kontext dieser Glaubensfragen auch nicht, dass die Band sich um eine Zusammenarbeit mit dem Produzenten Mark Ronson bemühte. Der nun wieder ist für ein Genre jenseits vom Rock bekannt und hat eher den Stil von Bruno Mars und Amy Winehouse maßgeblich mitbestimmt. Was aus der Kooperation Queens+Ronson musikalisch herausgekommen ist, lässt sich zusammenfassend irgendwo im Mittelmaß ansiedeln. „Villains” ist keine gute, aber auch keine wirklich schlechte Scheibe, aber dann im Resümee eben auch kein einprägsames, oder außergewöhnliches Werk geworden.

“The Way We Used To Do“ ist als stärkster Song des Albums zu verorten und steuert ebenso auch die Gangart der restlichen Stücke. Man sollte der Band dennoch den versuchten „Neuanfang“ nicht vorwerfen, denn ein Stilbruch bedeutet als Künstler viel Mut, ruft aber eben auch viele Kritiker auf den Plan. Als Hörer der ersten Stunde stellt man sich eben am Ende doch die Frage, ob ein bisschen mehr alte Queens-Tradition dem Album nicht auch gut getan hätte. So ist „Villains” nun eine Platte geworden, die einer sehr traditionsreichen Band mit unverwechselbaren Sound einfach nicht so recht zu Gesicht stehen mag.

 „Villains“ von Queens Of The Stone Age erscheint am 25.8.2017 auf Matador Records.

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