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29. Januar 2026Plantoid legen mit „Flare“ ein forderndes Prog-Album vor. Neun vielschichtige Songs voller Brüche, Stilwechsel und Experimente, die Aufmerksamkeit verlangen, dafür aber auch konsequent belohnen.
von Mia Lada-Klein
Nach dem Achtungserfolg ihres Debüts „Terrapath“ war eigentlich klar, dass Plantoid nicht vorhaben, sich gemütlich einzurichten. Mit „Flare“ legen sie nun nach und liefern ein Album ab, das gleichermaßen rätselhaft, fordernd und doch überraschend zugänglich ist. Neun Stücke, die beweisen, dass Plantoid das Geradeausfahren für Zeitverschwendung halten und einen Song ohne Richtungswechsel offenbar als kreativen Muskelabbau betrachten. Stattdessen wird geschichtet, gebrochen und wieder zusammengesetzt. Tanzbarkeit ist eher Nebeneffekt als Ziel und Eingängigkeit ein seltener Gast.
Schweben, Stolpern, Staunen
„Parasite“ eröffnet das Album mit knapp sieben Minuten
kontrolliertem Einsaugen, ganz ohne Eile und ohne Rücksicht auf Hörgewohnheiten. Ein schwebender Grundton, mystische Klavierflächen und ein Gefühl permanenter Bewegung ohne klares Ziel. Plantoid eröffnen ihr Album also nicht mit einem Knall, sondern mit einem Sog. Danach überrascht „Ultivatum Cultivation“ aber mit einem unerwartet tanzbaren Ansatz. Ein Hauch Disco, etwas Pop, aber immer mit leicht schiefem Lächeln. Ganz anders „Weaver“, das sehr reduziert daherkommt. Wenig Schlagzeug, viel Gesang, eine fast jazzige Zurückhaltung.
Plantoid und ihre Songs, die die Form wechseln
Echte Ohrwürmer sind auf „Flare“ rar, doch „Dozer“ bleibt durchaus hängen. Zumindest kurz. Ein poppiger Beat, leicht elektronisch angehaucht, dann nach gut drei Minuten der radikale Rückzug. Rock verschwindet, einzelne Töne treiben durch den Raum, Dissonanzen übernehmen das Kommando. Bläser tauchen auf, eine tickende Uhr setzt Nervosität frei, bis der Song erneut kippt und wied…





