Placebo: Loud Like Love

Placebo: Loud Like Love

Pathetische Balladen und opulente Gitarren-Hymnen von Placebo

von Gérard Otremba

Pathos und Opulenz gehörten schon immer zum Klangbild der englischen Band Placebo. Auch auf dem siebten Studioalbum Loud Like Love präsentiert das Londoner Trio um Sänger Brian Molko eine Mischung aus hymnischen Gitarren-Rocksongs und gefühligen Balladen. Damit gehen Brian Molko, Stefan Olsdal und Steve Forrest zwar auf Nummer sicher, aber das ihr musikalisches Terrain, das beherrschen sie. Der Indie-Gitarren-Rock-Pop von Placebo wurde zwar gerne immer mal wieder in einem Atemzug mit den mehr oder weniger zeitgleich an den Start gegangen Britpop-Aushängeschildern Blur und Oasis genannt, ließ sich aber eher im Glam-Rock der Siebziger verorten, als im Beat der Sechziger. Mit dem euphorischen Titelsong, und aktuellen Single, „Loud Like Love“ geht es los und sofort wird man an die schönsten Placebo-Karriere-Momente erinnert, an „Every You Everey Me“ und an „Slave To The Wage“, zum Beispiel. Treibende Gitarrenriffs, ein peitschendes Schlagzeug, orchestral-hymnische Keyboards, eine himmlische Melodieführung, ein schönstens greinender Brian Molko und ein weltumspannender Abschlusschorus, das alles dringt durch Herz und Hirn, ein bombastischer Auftakt. Mit dem Rest des Albums verfahren Placebo nach bewährtem Konzept. Mit „Rob The Bank“ und „Purity“ liefern Placebo standesgemäße Rock’n’Roll-Kracher, mit verzerrten Gitarren und geprügelten Drums. Ein aufgeregt-dramatisches „Scene Of The Crime“, die pianolastige Midtempoballade „A Million Little Pieces“ und die pathetische Breitwandhymne „Too Many Friends“. In versponnen-psychedelische Klanggefilde bewegen sich Placebo mit „Hold On To Me“, „Exit Wounds“ und „Begin The End“.  Melancholisch bis schwermütig wird es dann noch in der mit Streichern verzierten Ballade „Bosco“. Ein eleganter und gar zu schöner, fast sieben Minuten dauernder Abschluss des guten neuen Placebo-Albums Loud Like Love.

Loud Like Love von Placebo ist am 13.09.2013 bei Universal erschienen.

   

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