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28. Februar 2023Auf ihrer Tour zum aktuellen Album „Doggerel“ machten die Pixies am 27.02.2023 Halt in der Großen Freiheit 36 in St. Pauli
Mit ihren ersten beiden, 1988 und 1989 veröffentlichen Alben „Surfer Rosa“ und „Doolittle“ setzten die Pixies Maßstäbe im Indie-, College- und Alternative-Rock. Sänger und Gitarrist Black Francis, Gitarrist Joey Santiago, Bassistin Kim Deal und Schlagzeuger David Lovering waren einerseits geprägt von Band wie Hüsker Dü und Violent Femmes und beeinflussten andererseits Gruppen wie Nirvana und Pearl Jam. Als der Grunge Anfang der 90er-Jahre seinen Höhepunkt erreichte, war für das in Boston gegründete Quartett nach vier Platten allerdings auch schon wieder Schluss. Für einen Legendenstatuts nicht nur im Indie-Genre haben die wenigen frühen Jahre gereicht.
Ein Zwei-Stunden-Pixies-Konzert
Der zwischen verzerrtem Lärm und himmlischen Indie-Melodien changierender Sound mit seiner Laut-Leise-Dynamik brannte sich in eine ganze Generation ein.
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Die ist jetzt so circa 50 Jahre alt und bestimmte die Publikumszusammensetzung beim Pixies-Konzert in der seit Wochen ausverkauften Großen Freiheit 36. Die Pixies veröffentlichen seit gut zehn Jahren wieder mehr als respektable Alben, seitdem zwar auch ohne die von Paz Lenchantin ersetzte Kim Deal am Bass, aber die von uns rezensierten „Head Carrier“, „Beneath The Eyrie“ und letztes Jahr „Doggerel“ klangen auch ohne Deal wie die Pixies. Nachdem der Brite Jacob Slater mit seiner Band Wunderhorse den Abend lautstark eröffnete, ließen sich Francis, Santiago, Lovering und Lenchantin nicht lumpen und spielten in Hamburg ein kompaktes Zwei-Stunden-Konzert mit knapp über 30 Songs.
Den Schwerpunkt legten die Amerikaner auf das aktuelle Album „Doggerel“ sowie die „Come On Pilgrim“-„Surfer Rosa“-„Doolittle“-Frühphase. Die Setlist reichte also von „Bone Machine“, „Hey“ und „Wave Of Mutilatiom“ über „Here Comes Your Man“ hin zu „There’s A Moon On, „Haunted House“, „The Lord Has Come Back Today“ und „Pagan Man“.
Ein Neil-Young-Cover zum Schluss
Basslastig dröhnte der Sound durch die überhitzte Große Freiheit 36. Black Francis schwitze auf der Bühne wie zahlreiche Fans im Saal, hielt sich mit Small Talk und Ansagen auf eine absolutes Minimum zurück, und wer genau zusah, sah ihn sogar lächeln. Offensichtlich machte ihm der Auftritte ähnlich viel Spaß wie dem geneigten Publikum, das in alten Erinnerungen schwelgen konnte. Mit „Debaser“ und „Where Is My Mind?“ legten die Pixies ihre zwei bekanntesten Songs ans Ende des Auftritts und da Neil Young bekanntermaßen der Godfather of Grunge ist und ein Konzert mit Crazy Horse in Deutschland momentan wohl außer Reichweite, nahm man die Pixies-Live-Version von „Winterlong“ als letzten Song nur zu gerne mit. Das Feuer brennt noch bei den Pixies und der Hamburg-Auftritt war ein wesentlich inspirierenderer als der von den Breeders 2018 beim Rolling Stone Beach Festival.


























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