Philip Bradatsch: Die Bar zur guten Hoffnung

Philip Bradatsch: Die Bar zur guten Hoffnung

Deutsch-Americana auf ganz hohem Level: Der Münchner Songwriter Philip Bradatsch überzeugt voll und ganz

Mit seiner Alternative-Country-Formation The Dinosaur Truckers veröffentlichte Philip Bradatsch die beiden Alben „Down This Road“ (2009) und „The Dinosaur Truckers“ (2012), bevor 2014 eine Pause auf unbestimmte Zeit vereinbart worden ist. So entschloss sich der 1985 geborene Musiker, ein Jahr später sein Solo-Album „When I’m Cruel“ herauszubringen, eine Folkplatte mit Referenzen zu Townes van Zandt und Guy Clark. Drei Jahre später erschien der Nachfolger „Ghost On A String“, ein Album im Americana-Ambiente und sein erstes für das Trikont-Label. Mit seiner Begleitband, den Cola Rum Boys, bestehend aus Schlagzeuger Tobias Hieber, Keyboarder Florian Ernszt und Bassist Wolfgang Dinter ging es auf Tour und dann ins Studio, um die erste Scheibe in deutscher Sprache, das letztes Jahr veröffentlichte „Jesus von Haidhausen“, aufzunehmen.

Philip Bradatsch nahm erneut in Hamburg auf

Philip Bradatsch Die Bar zur guten Hoffnung Cover Trikont

Und weil das alles so gut funktioniert hat, traf man sich erneut in den Hamburger Yeah! Yeah! Yeah! Studios, wo auch wieder Dennis Rux als Produzent für „Die Bar der guten Hoffnung“ fungierte. In seinem Songwriting orientiert sich Philip Bradatsch an großen internationalen Stars wie Bob Dylan und Tom Petty, auch die Kunst des viel zu früh verstorben Nils Koppruch ist zu erkennen. Und wie formidabler Westcoast-Americana-Folk-Rock der Marke The Byrds heute noch grandios funktionieren kann, beweist der Münchner im von Sounds & Books als Song des Tages vorgestellten „Schatten überm Land“. Bradatsch hat einige ganz famose Tracks für „Die Bar der guten Hoffnung“ geschrieben.

Eine Reminiszenz an Tom Petty

Der elegant-sehnsüchtige Blues „Winter“ ist da zu nennen. Die Reminiszenz an den frühen Tom Petty in „Die große Liebe kehrt zurück“ ebenfalls und natürlich „(Dich wird ich erinnern) Theresa“. Ein im Folk-Gewand beginnender und sich später in Ten-Years-After-Rock-Manier gerierender, zehneinhalb Minuten langer Brocken von einem Song. Zählt man noch den putzmunteren und optimistischen Opener „Die Hoffnung“ (das, was man jetzt wieder braucht), die strahlende Americana-Leuchtkraft von „Abgehängt“ sowie den legeren Titeltrack hinzu, hat man schon genug Songs für eine überaus positive Bewertung zusammen. Und, na ja, der Rest des Albums spielt sich auf einem ebenfalls sehr hohen Level ab. So macht Deutsch-Americana mächtig viel Spaß.

„Die Bar zur guten Hoffnung“ von Philip Bradatsch erscheint am 19.11.2021 bei Trikont / Indigo. (Beitragsbild von Marie Augustin)  

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