Pet Shop Boys: Yes und Elysium – Remastered Album Review

Pet Shop Boys: Yes und Elysium – Remastered Album Review

 

Die Serientäter

Der erste Schwung der Serie „Catalogue: 1985-2012“ mit den Wiederveröffentlichungen von „Nightlife“, „Release“ und „Fundamental“ war für Fans ein echtes Ereignis. Jetzt legen die Pet Shop Boys nach und präsentieren mit „Yes“ und „Elysium“ die nächsten beiden Klassiker in remasterten Versionen und angereicht durch „Further Listening“-Alben, auf denen jeweils zum Teil unveröffentlichte Bonustracks, Demos und Remixe versammelt sind.

„Yes“ von 2009 ist das zehnte Studio-Album des Duos. Es ist reich gespickt mit Pop nach typischer PSB-Rezeptur: clever, melancholisch, tanzbar. In der restaurierten Fassung kommen die Songs – darunter auch die Singles „Did You See Me Coming?“ und „This Used To Be“ mit The Human League-Sänger Phil Oakey – noch einmal etwas kraftvoller daher. Das Album, das im Kontext ihrer hochkarätigen Diskografie meist in der Mitte angesiedelt wird, ist erstaunlich gut gealtert.

Sounds & Books_Pet Shop Boys_Yes_CoverSo hat etwa die Lead-Single „Love etc.“ nichts von ihrer Frische eingebüßt und kann auch heute noch voll überzeugen.Die eigentlichen Highlights finden sich aber auf den zwei Bonus-Discs. Das getragene „Gin And Jag“, das clubbige „We’re All Criminals Now“, das sphärische „Beautiful People“ oder das mysteriöse „Up And Down“: Die Bonus-Tracks der ersten CD stehlen hier dem Original-Album eindeutig die Show. Und CD2 ist sogar noch besser.  „I Cried For Us“ gehört zu den ganz großen Tracks der Briten aus dieser Karrierephase. Auch das ruhige Material wie „Wings And Faith“ und „Night Songs“ ist stark.

Sounds & Books_Pet Shop Boys_Elysium_Cover„Elysium“ – 2011 überwiegend in Berlin aufgenommen – ist für Neil Tennant das schönste PSB-Album überhaupt. Erstaunlich, wie düster Musik und Texte ausgefallen sind. „Leaving“, „ A Face Like That“ oder „Memory Of The Future“ gehen tief und zeigen, dass sich das Duo damals künstlerisch mit Riesenschritten weiterentwickelte. Auch hier liegt eine CD mit Bonus-Tracks bei. Und auch hier tragen diese entscheidend zum Gesamtbild der Band und dieser Schaffensphase bei. Während das Demo „She Pops“ mit lieblich-naiver Pop-Melodie die Band so unbeschwert zeigt wie lange nicht, sind die üblichen Tracks überwiegend im melodramatischen Kontext des Original-Albums verortet.

„Inside“ und „Listening“ sind bei aller Eingängigkeit unbequem und kantig. Der größte Hit findet sich in „Hell“, in dem – ganz typisch – große Melodien mit düsteren Botschaften  gepaart werden. „Leaving“ taucht gleich in drei Remixen auf, die dem Song jeweils unterschiedliche Deutungen abringen. Die Further Listening-Serie der Pet Shop Boys erfüllt bislang alle Erwartungen. Erst mit den Bonus-Tracks und Demos wird das Gesamtbild über die jeweiligen Alben stimmig und komplett. Die Spannung auf die nächsten Teile ist groß.

„Yes“ und „Elysium“ von Pet Shop Boys erscheinen in der Further Listening-Remastered-Version am 20.10.2017 bei Parlophone / Warner Music.

Kommentare

  • Welche Alben sollten bitte die nächsten Teile darstellen? Die FL-Serie ist mit der VÖ von Yes und Elysium abgeschlossen, da nur Platten, die auf Parlophone veröffentlicht wurden, reissued werden. Electric und das erst im letzten Jahr erschienene Super sind hiervon ausgeschlossen und ohnehin zu neu, um nochmals aufgelegt zu werden.

    Des Weiteren heißt der Titel vollständig „This used to be the future“. Dieser war keine Single, sondern schlicht ein Bonus-Track der damaligen 2-CD-Variante von Yes.

    Der Ton von Elysium ist nicht melodramatisch, sondern reflektiert schlicht die Vergänglichkeit des Seins und verarbeitet den Tod der nächsten Angehörigen Neil Tennants.

    Hell ist nicht düster, sondern humoristisch zu deuten.

    Entschuldigung, aber man merkt ihrer Review an, dass sie sich ausschließlich oberflächlich mit den Inhalten beschäftigt haben.

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