Pearl Jam: Gigaton – Albumreview

Pearl Jam: Gigaton – Albumreview

Nach sieben Jahren Pause melden sich Pearl Jam mit einem zufriedenstellenden Album zurück

Sie waren Pioniere des Grunge und sind nun die letzten großen Überlebenden des Anfang der 90er-Jahre berühmt gewordenen Rock-Genres. Pearl Jam melden sich sieben Jahre nach dem an dieser Stelle besprochenen letzten Album „Lightning Bolt“ zurück. „Gigaton“ heißt das elfte Album der Band aus Seattle, das trotz Corona-Krise nicht verschoben worden ist und pünktlich wie geplant erscheint. Ein Lichtblick am Horizont, ein Mutmacher für alle Fans in schlechten Zeiten, zumal die Tour in Nordamerika aus verständlichen Gründen zunächst einmal abgesagt werden musste.

Pearl Jam beginnen das Album aggressiv

Pearl Jam Gigaton Cover Universal Music

Pearl Jam stürzen sich voller Vitalität in das von Josh Evans (Soundgarden, Chris Cornell) produzierte Album. Mit „Who Ever Said“ machen Eddie Vedder und Co. unmissverständlich klar, wie Rockmusik funktioniert: quirlig, treibend, verschwitzt. Auch das nachfolgende „Superblood Wolfmoon“ explodiert rauschhaft und besitzt die nötige Aggressivität, um durchzustarten. Eddie Vedders wütende Stimme überschlägt sich teilweise auch bei „Dance Of The Clairvoyants“, dem von uns als Song des Tages vorgestellten, experimentellen und düsteren Album-Vorabtrack. Man sollte sich jedoch durch diesen Song nicht in die Irre führen lassen. Auf weitere „Experimente“ verzichten Pearl Jam weitestgehend und greifen auf bekannte Rockformate zurück.

Der Balladen-Sänger Eddie Vedder

In der Donald-Trump-Attacke „Quick Escape“ huldigen sie Led Zeppelin, während für den Garage-Punk-Rock von „Never Destination“ wohl The Who Pate standen. Dass Eddie Vedder ein begnadeter Balladen-Sänger ist, hat er schon früher bewiesen. In „Animal“ kommen diese Qualitäten wieder überzeugend zum Einsatz und auch mit seinem stimmlichen Einsatz bei „Seven O’Clock“ weiß er zu bewegen. Zu weiteren Album-Highlights zählen das lässige wie sanfte „Buckle Up“, sowie das intensive Akustikstück „Comes Then Goes“. „Gigaton“  reicht zwar nicht an die Magie von „Ten“, „No Code“ oder „Yield“ heran, hält aber einige gewohnt souverän-gute Pearl-Jam-Rocksongs parat. Eine Leistung, mit der man nach sieben Jahren Pause zufrieden sein kann.

„Gigaton“ von Pearl Jam“ erscheint am 27.03.2020 bei Universal Music. (Beitragsbild von Danny Clinch)

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