Auf ihrer Tour zum neuen Album „Morgen sind wir Fantasy“ gastierte die österreichische Indie-Band Pauls Jets in der Top Ten Bar des Hamburger Molotow
Text und Fotos von Gérard Otremba
Erst vor einem Monat ist das vierte, von uns rezensierte Album von Pauls Jets, „Morgen sind wir Fantasy“, erschienen, und schon waren sie live in Hamburg zu erleben. Am 09.11.2025, dreieinhalb Jahre nach ihrem Auftritt in der SkyBar des alten Molotow (Sounds & Books berichtete) stellte die Wiener Indie-Pop-Band in der Top Ten Bar des Molotow ihre neuen Songs vor. Die Top Ten Bar im Molotow-Keller hat eine etwas gewöhnungsbedürftige Anordnung mit der Bühne praktisch im Durchgang zwischen zwei um die Ecke ragende Räume, Mischpult und wenige Stufenreihen für die Besucher direkt gegenüber. Minimalistisch und tricky.
Pauls Jets berauschen sich
Um 20.30 Uhr betraten Sängerin und Bassistin Romy Jakovcic, Sänger und Gitarrist Paul Buschnegg sowie Keyboarder Kilian Hanappi – seit dem Ausstieg von Schlagzeuger Xavier Plus als Trio unterwegs und der Beat kommt aus dem elektronischen Zauberkoffer – die überschaubar große Bühne der Top Ten Bar im Molotow, um das Konzert direkt und ohne Umschweife mit dem Opener der neuen Platte „Pompeji“ zu beginnen. Pauls Jets donnerten ordentlich los und berauschten sich und die Fans im anschließenden „Jazzfest“ (Titeltrack des 2022 veröffentlichten dritten Longplayers) samt des überaus humoristischen Dialogteils. Weitere Songs aus „Morgen sind wir Fantasy“ folgten, darunter die von Sounds & Books zum Song des Tages gekürten „Kiss Me In The Morning“ und „Ich habe Angst so ohne dich kann ich nicht leben oder kann ich doch ich glaub schon aber schön ists nicht“. Groovige Indie-Songs, die in die Beine gehen und sich trotzdem eine gewisse Melancholie bewahren.
Immer noch eine coole Band
Paul Buschnegg beließ es bei gelegentlichen wie sehr knappen Ansagen und weil einer der Akus im Elektro-Zauberkoffer alle war, musste die Setlist spontan geändert werden, womit wiederum die einführenden Worte von Romy Jakovcic ins Leere liefen. Anyway, that‘s livemusic. Zum Ende hin ging es mit „Üben üben üben“, dem laut Buschnegg ersten Song der Jets, den er aber immer noch gerne spiele, sowie dem verträumten „22703“ in die Bandanfänge, beide Songs stammen vom 2019 veröffentlichten Debütalbum „Alle Songs bisher“. Nach der Zugabe „Die dunklen Prinzessinnen der Nacht“ und gut 70 Minuten war der Trip beim Hamburg-Gig der „Die Jets Fantasy aka Mushrooms Tour 2025“ leider auch schon wieder vorbei. Gerne hätte man noch „Baby“, „Lazy Generation“ und „Büro“ gehört. Vielleicht beim nächsten Mal. Immer noch eine sehr coole Band, die Jets.















