Paul Bleys Meisterwerk „Open, To Love“ von 1972 ist eines der wichtigsten Solo-Piano-Alben aller Zeiten. Nun erscheint das Album im Rahmen der Luminessence Series von ECM Records neu.
von Sebastian Meißner
Paul Bley galt schon vor Veröffentlichung dieses Albums als Improvisator par excellence und hatte schon viele Grenzen des Jazz überschritten. Mit „Open, To Love“ aber gelang ihm diese eine herausragende und alles zusammenfassende Einspielung. Allmusic-Kritiker Thom Jurek trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt: „Obwohl der Pianist und Komponist Paul Bley bereits seit fast 20 Jahren ein renommierter und innovativer Jazzmusiker war, erschien 1973 sein reifstes und visionärstes Werk, das bis heute sein Opus ist. Es ist eine der einflussreichsten Solo-Piano-Aufnahmen der Jazzgeschichte und sicherlich eine, die den Sound des deutschen Labels
ECM definierte.“
Lyrische Fragmente
Bis heute hat „Open, To Love“ nichts von seiner Magie verloren. Wir hören über sieben Stücke lang einen nachdenklichen Bley, der Songs seiner Lieblingskomponistinnen Carla Bley („Closer“, „Ida Lupino“ und „Seven“) und Annette Peacock („Open To Love“ und „Nothing Ever Was, Anyway“) – sowie zwei eigene Kompositionen vorträgt. Sein Spiel ist von hoher Aufmerksamkeit und Raffinesse geprägt, gleichzeitig so feinfühlig und offenherzig, dass sie ganz unmittelbar wirkt. Besonders das Stück „Ida Lupino“ von Carla Bley ist e…
