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7. Februar 2026Schwarzer Humor und Existentialismus: Die Noir-Krimis von Pascal Garnier in neuen Übersetzungen beim Septime-Verlag
von Gérard Otremba
Das ist doch mal wieder eine dieser wunderbaren Ideen der Kollegen des Septime-Verlags. Die Romane von Pascal Garnier in einer Neu-Übersetzung zu veröffentlichen. Pascal Garnier war ein französischer Autor, 1949 in Paris geboren und bereits 2010 in Cornas, Départment Ardèche, verstorben. Bevor er im Alter von 35 Jahren mit dem Schreiben anfing, versuchte sich Garnier u.a. auch als Rockmusiker. Zu seinen literarischen Werken zählen Jugendbücher sowie Kriminalromane. Und eben diese erscheinen seit September 2023 regelmäßig im österreichischen Septime-Verlag.
Die bisherigen Übersetzungen
Die von Felix Mayer übersetzen „An der A26“, „Der Beifahrer“, „Zu nah am Abgrund“, „Die Insel“ sowie „Die Eskimo-Lösung“ sind bereits erhältlich, im März 2026 folgt „Mond gefangen in einem toten Auge“ (übersetzt von Michael von Kilisch-Horn). Die Pascal-Garnier-Romane eint die Kürze von jeweils 120 bis 170 Seiten sowie die Krimi-Noir-Ausrichtung. In „Die Insel“ reist Olivier aufgrund des Todes seiner Mutter kurz vor Weihnachten nach Paris. Als eine Nachbarin der verstorbenen Frau Mama entpuppt sich ausgerechnet seine Jugendliebe Jeanne. Die zusammen mit ihrem blinden Bruder Rodolphe wohnt, einem bitterbösen Zyniker vor dem Herrn, der anderen (vor allem seiner Schwester) das Leben schon mal zur Hölle macht. Rodolphe trifft auf den Obdachlosen Roland, der just seinen Job als Weihnachtsmann verloren hat. Rodolphe lädt Roland zum Abendessen nach Hause ein, wo die beiden auf Jeanne und Olivier treffen.
Pascal Garniers Kammerspiel
Obwohl Olivier eigentlich auf Entzug ist, schlägt er den angebotenen Alkohol nicht aus. Es kommt zu einem feucht-fröhlich-makabren Abend und am nächsten Morgen liegt Roland tot im Badezimmer. Verkatert wie die drei anderen sind, kann sich niemand von ihnen erinnern, was in der Nacht geschah. Bleibt das Problem der Leichenentsorgung, in deren Zuge alte Wunden bei Olivier und Jeanne wieder hochkommen, waren die beiden in jungen Jahren an einer Entführung mit Todesfolge beteiligt. Pascal Garnier entwickelt ein ausgefeiltes psychologisches Kammerspiel zwischen den wenigen Protagonisten. Mit knappen, aber dringlichen Sätzen hält Garnier die Leser bei der Stange und verbindet schwarzen britischen Humor mit französischem Existentialismus, seelische Abgründe inklusive. Pascal Garnier schreibt mit Stil und Klasse und lässt das Herz von Krimi-Fans höher schlagen, die abseits der eingetreten Pfade das Besondere suchen. Eine Krimi-Perle.
Pascal Garnier: „Die Insel“, Septime, übersetzt von Felix Mayer, Hardcover, 168 Seiten, 978-3-99120-060-4, 22 Euro. (Beitragsbild: Buchcover)





