Pale│Seas: Stargazing For Beginners – Album Review

Pale│Seas: Stargazing For Beginners – Album Review

 

Es lebe der Gitarren-Indie-Pop-Rock

Vor zwei Jahren tourten Pale│Seas bereits als Support von The War On Drugs und galten in ihrer Heimat Großbritannien als große Hoffnung des Gitarren-Indie-Rock. Doch kurz vor der geplanten Veröffentlichung des Debütalbums verschwand die Band von der Bildfläche, um, zurückgezogen auf der Isle Of Wight, vom Neuen an ihrem Erstlingswerk zu feilen. In den zwei Jahren der Insel-Isolation half Chris Potter, der einst schon das The Verve-Album Urban Hymns produzierte, an der Entstehung von Stargazing For Beginners.

Sounds & Books_PaleSeas_Stargazing For Beginners_CoverWas auch immer Sänger Jacob Scott, Gitarrist Graham Poole, Bassist Matthew Bishop und Schlagzeuger Andrew Richardson am Ursprungszustand störte, mit dem nun erschienenen Endergebnis sollten alle zufrieden sein können, Fans und Kritiker inbegriffen. Zehn Songs über Ängste, Einsamkeit und Liebeskummer sind auf Stargazing For Beginners zu finden, die den Indie-Rock und das Singer-Songwriter-Genre zusammenbringen und zwischen Elliott Smith, The Verve, Black Rebel Motorcycle Club, Neil Young und PJ Harvey changieren. Pale│Seas beginnen mit „Into The Night“, einem schaukelnden Schlachtross, das sich erfolgreich gegen einen stürmischen Gegenwind stemmt, die Gitarren oszillieren zwischen Indie-Pop-Liebreiz und mächtigen Wall-Of-Sound-Schichten, Scotts Stimme wirkt verloren. Eine dunkel-düstere Atmosphäre macht sich breit, das Licht wie eine Fata Morgana in weiter Ferne („I’m trying to see the light, it’s fading inside you“).

Sanft rumpelnder Gargen-Pop-Rock folgt mit „My Own Time“ und „Someday“ ist der traurig-schöne Hoffnungsschimmer mit unverschämt eingängigem Refrain, ein echter Indie-Hit. In der Wucht reduzierter, aber von ähnlich hymnischer Qualität ist „Bodies“, und auch „Animal Tongue“ überzeugt mit einem pointierten, melodieseligen Indie-Pop-Rock, bei dem sich Hooks und Riffs einträchtig umgarnen. Eine gespenstische Elliott Smith-Reminiszenz gelingt Pale│Seas im kurzen, aber intensiven und ruhigen „Blood Return“. Der siebenminütige Abschlusstrack „Evil Is Always One Step Behind“ beginnt verführerisch im dezenten Folkmodus und steigert sich zu einer mächtigen Gitarrengewitterwand, bedrohlich und majestätisch. Das Quartett aus Southampton scheint mit der Neuaufnahme des Debüts alles richtig gemacht zu haben, denn Stargazing For Beginners ist ein absolut gelungenes Gitarren-Indie-Rock-Pop-Statement.

„Stargazing For Beginners“ von Pale│Seas ist am 24.11.2017 bei Abbey Records / AL!VE erschienen (Beitragsbild: Hollie Fernando).

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