OVE: Ich will mir nicht so sicher sein – Album Review

OVE: Ich will mir nicht so sicher sein – Album Review

Geistreiche Texte und analoger Indie-Folk-Rock aus Hamburg

von Gérard Otremba

„Was dem Rücken gut tut, tut der Liebe gut“. Mit dieser Zeile beginnt das Album Ich will mir nicht so sicher sein von OVE. Und man ahnt schon, wer ein Album mit solch subtil-ironischem Unterton eröffnet, verspricht viel. Benannt ist die Band nach Sänger und Gitarrist Ove Thomsen, der bereits als Ove & Die Spielfiguren in Erscheinung trat und den man als Mitglied der Hamburger Formation Torpus & The Art Directors kennt. Sein dortiger Bandleader Sönke Torpus kümmert sich bei OVE um das Harmonium, die Posaune, Pedal Steel, Mandoline und das Vibraphon. Darüber hinaus gehören Gitarrist Helge Schulz (Helgen), Bassist Hajo Cirksena und Schlagzeuger Robert Weitkamp zur Band. Gemeinsam hat man das Album im nordfriesischen Watt’n Sound Studio eingespielt und von Simon Frontzek produzieren lassen.

Die zwölf auf Ich will mir nicht so sicher sein vertretenen Songs sind eine schöne Melange aus Folk-Rock und Indie-Pop, ein Amalgam aus Element Of Crime, Conor Oberst  und Gisbert zu Knyphausen. „Ich bin so wechselhaft wie Wind und Wetter in Nordfriesland“, dichtet Ove Thomsen in „Ich bin mir sicher“, seine Musik indes ist es nicht. Für Abwechslung ist dennoch gesorgt. Die melancholische Element-Lakonie breitet sich in „Blindenhund“, „Faden und Fell“ und „Zweitausendzwölf“ spürbar aus, Letzteres in spartanischer Instrumentierung vorgetragen und so traurig wie anmutig. Dabei beginnt das Album mit dem rumpelnden Indie-Folk-Rock von „Wenn es keine Brücke gibt“, einem intelligenten Beziehungslied mit Hamburg-Bezug. Ähnlich munter galoppiert „Die Mischung macht es aus“ vorwärts, das von einer finsteren Neil Young-Gitarre sowie Posaune und Mandoline flankiert wird.

Dunkle Gitarrenlicks sind auch in „Ich will ein Haus bauen“ zu vernehmen, das hymnisch zwischen Blues und Indie-Rock changiert. Bei „Wo du schläfst“ kreuzen sich Element Of Crime und Mumford & Sons, das fies beginnende und im Refrain zum jubilierenden Indie-Pop sich aufschwingende „Ich bin mir sicher“ gehört zu den zahlreichen Höhepunkten von Ich will mir nicht so sicher sein, zu denen zweifellos auch die Speilautomaten-Ode „Merkur II“ und der an Oberst und Knyphausen geschulte Songwriter-Folk von „Der Geist“ gehört. Ove Thomsen bietet wahrlich kluge, interessante und witzige Texte, die Musik dazu ist auf herrlichste Weise analog und geerdet. Ich will  mir nicht so sicher sein ist ein vielversprechender Albumauftakt für OVE, so viel ist definitiv sicher.

„Ich will mir nicht so sicher sein“ von OVE ist am 07.10.2016 bei Tapete Records erschienen.

 

 

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