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8. April 2026Die britischen Musiker Oscar Jerome und Jihad Darwish zu Gast im Turmzimmer des Uebel & Gefährlich in Hamburg
Text und Fotos von Emilia Wassiliadou
07. April gegen 20 Uhr, wir sind im Turmzimmer des Uebel und Gefährlich in Hamburg. Durch die Fenster fällt das letzte Licht des Sonnenuntergangs, während sich der längliche Saal langsam mit Publikum füllt. Nebel liegt in der Luft des Turmzimmers, rot-blaues Licht taucht alles in eine intime Stimmung. Der Fokus des Abends liegt einzig und allein auf dem britischen Songwriter, Gitarristen und Produzenten Oscar Jerome und dem aus Hackney stammenden Musiker, Komponisten und Produzenten Jihad Darwish, die als „The Spork“-Duo auftreten.
Skizzenhafte Vocals von Oscar Jerome
Mit den dumpfen, kräftigen Tönen des Kontrabasses, der Gitarre und elektronischen Elementen erschaffen beide einen sehr dynamischen Sound zwischen Jazz, Neo-Soul und experimenteller Improvisation. Die Vocals von Oscar Jerome wirken spontan, beinahe skizzenhaft. Die Performance lebt von dem Gefühl und der Interaktion zwischen den beiden Musikern. Immer wieder gibt es ausgedehnte Soli, die das Publikum sichtbar in den Bann ziehen. Jeromes Hinweis zwischen den Songs, dass sich solche Momente nicht reproduzieren lassen, passt zur Idee seiner aktuellen „The Spork“-Tour, in der Stücke aus den beiden vergangenen Alben „The Spoon“ und „The Fork“ neu interpretiert werden. Statt Wiederholung entsteht dabei bewusst etwas Neues. In einem begleitenden Post beschreibt Jerome diesen Ansatz als Möglichkeit, Songs zu transformieren und ihnen in einer schnelllebigen Kultur, in der Kunst oft nur kurz Aufmerksamkeit erhält, neue Bedeutung zu geben und damit zu spielen.
Nach rund anderthalb Stunden endet der Abend, hoch über Hamburg, mit einer Zugabe. Mit „Do You Really“ aus dem Jahr 2018 animiert Jerome das Publikum zum Mitsingen und wird schließlich unter langanhaltendem Applaus verabschiedet.






















