OMD live in Hamburg 2024

OMD live Hamburg 2024 Sporthalle by Gérard Otremba Sounds & Books

Neue Songs und alte Hits: OMD lassen ihre Fans beim Konzert in der Hamburger Sporthalle die Zeit vergessen

Text und Fotos von Gérard Otremba

Als OMD (Orchestral Manoeuvres In The Dark) im August 2022 im Hamburger Stadtpark auftraten (Sounds & Books berichtete), hieß es 90 Minuten lang in der Vergangenheit schwelgen. Sehr häufig in der sehr alten eigenen Vergangenheit. Damals holten OMD das pandemiebedingt verschobene Konzert zu ihrem Greatest-Hits-Album „Souvenir“ nach. Eineinhalb Jahre später sind OMD auf der Tour zu ihrer aktuellen, Ende Oktober letzten Jahres veröffentlichten und von uns rezensierten Platte „Bauhaus Staircase“ unterwegs und gastierten am 02.02.2024 in der Hamburger Sporthalle.

Die Synthie-Pop-Pioniere OMD rocken die Sporthalle

Die beiden Gründungsmitglieder Andy McCluskey und Paul Humphries sowie

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Keyboarder und Saxophonist Martin Cooper und Schlagzeuger Stuart Kershaw boten erneut eine glücklich machende und auch sentimental stimmende Show. Gut ein Drittel der 105-minütigen Konzertzeit präsentierten sie die Songs ihres aktuellen Albums, die sich perfekt zwischen den alten Hits in den Ablauf integrierten. Und es sind wahrlich keine schlechten Songs. „Anthropocene“ als Opener, später der Titelsong, oder das von uns als Song des Tages vorgestellte „Don‘t Go“ kurz vor dem furiosen Finale. Der New Wave getränkte Synthie-Pop der britischen Band kam, ähnlich dem Stadtpark-Auftritt 2022, häufig sehr rockig rüber, was der euphorischen Stimmung unter den circa 4500 Fans, die größtenteils auch schon pünktlich zur Support-Show der schottischen, mithin zur charmanten Theatralik neigenden Pop-Rock-Band Walt Disco anwesend waren, noch weitere Intensität verlieh.

Auf der Ziellinie

Der 64-jährige Sänger und Bassist Andy McCluskey wuselte erneut gestenreich über die Bühne und gab sich als Taktgeber, Einheizer und sympathischer Frontmann. Und immer wieder zeigte er sein freudiges Erstaunen über die Begeisterung des Publikums („Wow“, „Fantastic“, „Unglaublich, danke“ etc.). Die Ovationen nach „Joan Of Arc (Made Of Orleans)“ waren natürlich enthusiastischer Art, OMD und Fans feierten sich im Verlauf des Abends selbst und gegenseitig ab, dass es eine Pracht war. Nach „Dreaming“ musste McClusky seine Ungläubigkeit ob des frenetischen Jubels mit einem Kopfschütteln quittieren. Da war das Quartett bereits auf die Ziellinie gebogen.

OMD kommen wieder

Denn nach „Don’t Go“ (sowohl auf der 2019 veröffentlichte Best-Of-Compilation „Souvenir“ als auch auf „Bauhaus Staircase“ zu finden) war nur noch Party angesagt. Die tanzbare Melancholie von „So In Love“ mit Martin Coopers Saxophoneinsatz (wie vorher schon bei „If You Leave“), die weltumspannende Melodie von „Dreaming“, die Karibik-Klänge im perkussiven „Locomotion“, das energetische „Sailing On The Seven Seas“ und der Gänsehautmoment während „Enola Gay“. Im Zugabenblock das verträumte „Look At You Now“ sowie das nochmal ausgiebig abgetanzte „Pandora’s Box“. Und wie sagte Andy McCluskey vor „Electricity“? „Tut mir leid, das letzte Stück. But don’t worry, we come back. Again, and again, and again.“ Das sind doch herrliche Aussichten. Und bis dahin schwelgen wir mit OMD weiter in den 80ern.          

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