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30. April 2025Melodischer Pop mit Klezmer- und Folk-Elementen ist die Spezialität von Oi Va Voi. Das neue Album entstand in einer schwierigen Zeit für die jüdischen Musiker.
von Werner Herpell
Ist das noch (Modern) Klezmer, Worldmusic, Folk – oder doch eigentlich purer Pop, was die Londoner Band Oi Va Voi jetzt so macht? Mit jedem neuen Album scheint sich der Schwerpunkt etwas mehr vom experimentelleren Sound der frühen Jahre in Richtung einer tanzbaren, jedenfalls sehr zugänglichen Crossover-Musik für alle Gelegenheiten zu verschieben.
Zunehmende Pop-Orientierung bei Oi Va Voi
Wer etwa „Shine A Light“ von der neuen Platte „The Water’s Edge“ mit galoppierendem Dance-Beat, hämmerndem Klavier, Disco-Streichern und
Gospel-Soul-Vocals hört, der muss schon auf den Einsatz einer melancholischen Klezmer-Klarinette warten, um die Wurzeln dieser oft wechselnd besetzten Gruppe mit den Gründungsmitgliedern Josh Breslaw (Drums) und Steve Levi-Kallin (Gesang, Klarinette) noch zu erkennen. Auch in „Dance Again“ liegt ein House-Piano unter der nahöstlich angehauchten Melodie.
Was nicht heißen soll, dass an der zunehmenden Pop-Orientierung etwas Schlechtes ist. Denn die Anliegen von Oi Va Voi – Verständigung über Grenzen und Religionen hinweg, Trost und Hoffnung – sind so wichtig, dass sie mit der Öffnung zu einem größeren Publikum vielleicht (hoffentlich) eine breitere Bühne finden. Und da die britische Band mit jüdischen Mitgliedern nunmehr auch schon seit 25 Jahren ihr kulturelles, religiöses Erbe, ihre politischen Einflüsse aus Osteuropa, dem Nahen Osten und darüber hinaus präsentiert, wird stilistische Flexibilität zur Pflicht.




