Nubya Garcia live in Hamburg 2021 – Konzertreview

Nubya Garcia live in Hamburg 2021 – Konzertreview

Die britische Star-Saxofonistin Nubya Garcia glänzt in Quartett-Besetzung bei ihrem Konzert im Hamburger Mojo Club

Wieder eines dieser Konzerte, wo die Vorfreude enorm groß war! Das Hoffen und Bangen in diesen unsicheren Zeiten findet schließlich am Abend des 22. Novembers 2021 unter der Reeperbahn ein Ende: Nubya Garcia ist tatsächlich in Quartett-Besetzung im Mojo Club. Auch wenn die Nerven des Publikums arg strapaziert werden, weil der Gig erst mit ziemlich genau einer Stunde Verspätung um 21 Uhr startet. Wahre Stars lassen halt auf sich warten – und die Tenor-Saxofonistin Nubya Garcia ist ja wirklich einer der strahlendsten Sterne am Firmament der jungen Jazzszene des Schmeltziegels Londons.

Garcias Band spielt versiert und nuancenreich

Schon ihr Gastspiel vor Jahren beim Überjazz auf Kampnagel ließ staunende Jazzheads zurück – und auch der letzte Gig 2019 im Knust verzauberte die Fans. Nun ist Garcia in leicht modifizierter Besetzung angereist. Alastair MacSween glänzt wieder am Stage-Piano und auch der famose Daniel Casimir zupft wieder beherzt den Stehbass. Am Schlagzeug indes darf nun Sam Jones mit Angler-Hut als Kopfbedeckung sein Können zur Schau stellen. Die Band spielt nicht nur versiert und nuancenreich, die Jungs sehen dabei auch noch unverschämt gut aus! Gibt es da eine Jazz-Kaderschmiede in London, die auf das Gesamtpaket achtet?

Die Frontfrau Nubya Garcia lässt sich da aber natürlich modetechnisch nicht lumpen und nutzt im schicken Vintage-Look gekleidet, mit geflochtenen Zöpfen und zunächst sonnenbebrillt die Bühne als Laufsteg, ist aber auch Teamplayerin und lässt ihrer Band gerne mal die Zeit an den jeweiligen Instrumenten zu solieren, tritt dann an den Rand der Bühne, wo sie – ganz in die Musik versunken – freudestrahlend tanzt. Nubya Garcia gehört definitiv zu den herausragenden Köpfen der jungen Musikergeneration im Vereinten Königreich – und sie hat einen maßgeblichen Anteil an der Wiederbelebung der Londoner Jazzszene, sie ist schließlich auch Teil des Theon Cross Trios, des Sextetts Maisha und des Nérija Septetts.

Nubya Garcia macht selbstbewusst ihr Ding

Das Auftreten der Ausnahme-Saxofonistin Garcia ist selbstbewusst, stilvoll und auf der Bühne und macht sie definitiv ihr Ding! Ihre Stücke, die sie alle selbst komponiert hat, haben Anklänge an John Coltrane und glänzen mit karibischen Sounds – Afrobeat, HipHop, aber auch Clubsounds lassen sich heraushören. Garcia spielt erfrischend energisch und setzt in der manchmal etwas gleichförmigen klassischen Jazzmusik neue Akzente mit ihrem akzentuierten Spiel. Da packen die Jazzheads in der ersten Reihe schon mal ihre besten Jazz Moves aus. Das hat so richtig Bock gemacht – und endlich gab es Nubya Garcia auch mal abendfüllend in eineinhalb Stunden Spielzeit!

Bei den Jazz FM Awards hat die junge Star-Saxofonistin in den letzten Jahren übrigens gleich mehrere Preise abgestaubt und 2021 bereits mit dem Gewinn des Parliamentary Jazz Awards in der Kategorie „Jazz Instrumentalist of the Year“ nachgelegt. Ihr aktuelles Album „Source“ ist zudem dieses Jahr in der engeren Auswahl für den renommierten Mercury Preis. Top Notch!

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