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20. März 2026Nu-Jazz aus dem UK ist längst zum Qualitätslabel geworden. Wer das tolle neue Album von Nubiyan Twist hört, weiß auch warum.
von Werner Herpell
„So ziemlich der heißeste Scheiß auch über Stil-Grenzen hinaus“ war für diesen Reviewer vor zwei Jahren das britische Jazz/Soul/Hip-Hop/Afrobeat-Kollektiv Nubiyan Twist mit dem Album „Find Your Flame„. Und nichts, aber auch gar nichts hat sich an dieser Einschätzung geändert. Mit dem Nachfolger „Chasing Shadows“ (und zusätzlich befeuert durch etliche schweißtreibende Konzerte in Europa) beweisen die nach derzeit aktueller Zählung neun Musiker erneut, dass die Pop-Insel eine der spannendsten Nu-Jazz-Communities überhaupt beheimatet.
Für „Chemie und Chaos“, gegen KI
Vor allem ist dies eine Platte, die das leidige Thema „Künstliche Intelligenz in der Musik“ auf wunderbar leichthändige und überzeugende Weise beiseite schiebt. „Wir wollten etwas schaffen, das Freude vermittelt und ganz und gar
menschlich ist – etwas, das ohne diese Verbindung zwischen Menschen nicht existieren könnte“, sagt der Produzent, Multiinstrumentalist und Bandleader Tom Excell. „Man kann eine KI dazu bringen, innerhalb von Sekunden eine Fuge zu schreiben, aber sie kann die Chemie und das Chaos nicht einfangen, die entstehen, wenn Musiker im Einklang miteinander spielen. ‚Chasing Shadows‘ ist unsere Art, daran festzuhalten.“
Gut gesagt – und noch besser gemacht. Ja, dies ist Musik voller Wärme, Inspiration und echter Spontaneität. Oder, wie das Nubiyan-Twist-Label Strut Records mit etwas anderen Worten zu Recht behauptet: „Musik, die bewegt, schwitzt und atmet, gemacht von echten Menschen in echten Räumen, mit hochkarätigen Features, die verschiedene Stimmen aus der Musikszene, in der sie sich bewegen, zusammenbringen.“





