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27. März 2026Dass Nina Hagen dem Christentum zugetan ist, wusste man schon länger. Aber muss deshalb nun ein zweites Gospel-Album der Punk-Ikone sein? Gegenfrage: Warum denn nicht?
von Werner Herpell
Ein besserer Titel als „Highway To Heaven“ lässt sich wohl kaum finden für ein Gospel-Pop-Album, da hat Deutschlands ewige Punk-Lady schon mal einen Punkt. Statt der Höllenfahrt von AC/DC geht’s bei Nina Hagen auf der Lebens-Autobahn schwungvoll Richtung Himmel, zumindest in diesen 14 neuen Songs (möge uns ihr Anklopfen an der Tür zur Ewigkeit noch lange erspart bleiben, 71 ist ja bekanntlich das neue 61). Zum zweiten Mal nach „Personal Jesus“ (mit Platz 16 in den Charts vor 16 Jahren eine ihrer erfolgreichsten Platten) frönt unsere geliebte Berliner Krawallschachtel durchgehend dem
Gotteslob und dokumentiert damit ihre hinreichend herausgestellte Religiosität.
Hohn und Spott? Nicht mit Nina
Nun ist ein Gospel-Album ja künstlerisch kein Wert an sich, wenn man nicht Mahalia Jackson, Aretha Franklin oder Mavis Staples heißt – sondern mittlerweile eher ein willkommenes Ziel für Hohn und Spott, weil zumindest das organisierte Christentum alles, aber auch wirklich alles dafür getan hat, den Glauben an etwas Höheres zu diskreditieren. Frau Hagen ficht das offenkundig nicht an, zumal sie ohnehin gern ein unkonventionell…





