Mr. Bungle: The Raging Wrath Of The Easter Bunny Demo

Mr. Bungle: The Raging Wrath Of The Easter Bunny Demo

Neues Album der Band Mr. Bungle seit über zwei Dekaden

21 Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung erscheint heute das vierte Studioalbum von Mr. Bungle aus Kalifornien. Fast 20 Jahre nach ihrer letzten Show in Nottingham erfreute die inzwischen zum Quintett angewachsene Formation ihre Verehrer  mit der Nachricht, dass im Februar 2020 deren erstes Demo in drei Städten konzertant aufgeführt wird, was in mehrerer Hinsicht eine kleine Sensation darstellte, die mit diesem Release nun noch getoppt wird. Mr. Bungle – das ist die Kombo um Sangesgott Mike Patton, der als Vokalist von Faith No More seine bekanntesten Duftmarken setzte, dem Multiinstrumentalisten Trey Spruance sowie dem Komponisten und Bassisten Trevor Dunn.

Jede Veröffentlichung dieser Herren klingt anders, alle sind auf Veröffentlichungen diversester Künstler zu finden, oft aus dem Avantgarde-Bereich beziehungsweise mit Künstlern aus dem Umfeld der New Yorker Knitting Factory – vor allem mit John Zorn. Dieser produzierte ihr Debüt; seine musikalische Cut-Up-Technik findet sich auch bei Mr. Bungle. Eine weitere Gemeinsamkeit: Alle sind Fans von derbem Metal und Hardcore, vor allem von Death- sowie Thrash-Metal.

Mr. Bungle spielen ihr erstes Demo neu ein

Mr Bungle The Raging Wrath Of The Easter Bunny Demo Cover Ipecac

Genau danach klang Mr. Bungles erstes Demo 1986, das man noch bei YouTube finden kann, wenn man sich das unbedingt geben möchte. Anlass dazu gibt es ab heute nicht mehr, da Mr. Bungle dieses Demo nun komplett neu eingespielt in die Läden bugsiert haben – mit zwei Coverversionen, die auf die 1986 gerade mal 18jährigen Jungmusikanten Eindruck machten: „Loss For Words“ der Crossover-Pioniere Corrosion Of Conformity sowie „Speak English Or Die“ (Hier: „Habla Espanol O Muere“) des kurzlebigen sowie kultigen Hardcore-Metal-Funprojektes Stormtroopers Of Death (S.O.D.). Weil bei der Reunion von Mr. Bungle ein paar Plätze leer blieben, füllte man diese gleich mit Fachpersonal aus der goldenen Zeit des Thrash: Dave Lombardo, Ex-Drummer von Slayer neben Anthrax- und Ex-S.O.D.-Gitarrist Scott Ian. Wobei die Wege des ebenso Avantgarde-affinen Lombardo und die Pattons sich schon häufiger kreuzten, zuletzt lärmten sie ganz wundervoll bei Dead Cross.

Ein Werk junggebliebener alter Säcke

Das erneute Ausarbeiten wie Entschlüsseln der soundttechnisch desaströsen Demoaufnahmen muss Schwerstarbeit gewesen sein, wie der durch das Jobangebot geschmeichelte Mr. Bungle-Fan Scott Ian im aktuellen Rock Hard ausführt – vor allem der Endbrocken „Sudden Death“ hat es diesbezüglich in sich. Doch auch beim Rest der Platte funkt zu keiner Zeit Retro-Feeling auf. Originärer Thrash wird inzwischen fast nur noch von hingebungsvollen Spätgeborenen gezockt, die damit hauptsächlich nostalgische alte Säcke unterhalten – diese Platte jedoch ist ein Werk jung gebliebener alter Säcke, die bereits vor Jahrzehnten ein beeindruckendes handwerkliches wie künstlerisches Niveau innehatten und sich seitdem konstant weiter entwickelten. „Gestrig“ ist was anderes. Musikalischer Hochleistungssport mit enormen Spaßpotential für alle Beteiligten, Akteure wie Hörer, so sie etwas mit Metal anfangen können. Alle anderen verpassen was.

„The Raging Wrath Of The Easter Bunny Demo“ von Mr. Bungle erscheint am 30.10.2020 bei Ipecac / PIAS. (Beitragsbild von Erik Larsen)

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