Mitski: Laurel Hell – Albumreview

Mitski: Laurel Hell – Albumreview

Mit ihrem neuen Album “Laurel Hell” lässt Mitski die bessere Seite de 80er-Jahre-Synth-Pop-Zeiten aufleben

Die 1990 in Japan geborene und in New York lebende Musikerin Mitski, bürgerlich als Mitsuki Laycock, veröffentlicht mit „Laurel Hell“ bereits ihr sechstes Album. Vor zehn Jahre begann ihre Karriere mit dem selbstverlegten Debüt „Lush“, ihr letztes Album „Be The Cowboy“ datiert aus dem Jahr 2018 und erreichte in den USA und im UK jeweils eine Top-100-Platzierung. Der Nachfolger „Laurel Hell“ wurde erneut von ihrem langjährigen Mitarbeiter Patrick Hayland produziert, der auch Gitarre, Percussion und Synthesizer einspielte.

Mitski mit viel Wehmut und Sehnsucht

Mitski Laurel Hell Cover Dead Oceans

Viele der Songs schrieb Mitski bereits vor und während des Jahres 2018, die Abmischung indes folgte erst im Mai 2021. Das in Zeiten der Isolation und Pandemie aufgenommene Album entwickelte sich laut der Musikerin „to be more uptempo and dance-y“. Die 31-jährige Songwriterin lässt mit ihrem Synthpop auf „Laurel Hell“ die 80er-Jahre wieder auferstehen. Zugegebenermaßen die bessere Seite der 80er-Jahre-Synthpop-Zeiten, mit auf Mainstream geeichten 0815-Belanglosigkeiten gibt sich die Amerikanerin mit japanischen Wurzeln natürlich nicht zufrieden. In ihren Texten und ihrer Stimme schwingt viel Wehmut und Sehnsucht mit, die in der Vorabsingle „The Only Heartbreaker“ oder in „Love Me More“ Ausdruck im strahlenden Pop finden. Das hypnotisch-ruhige, sehr melancholische „Heat Lightning“ beschwört die Schlaflosigkeit, während das sprudelnde „Should’ve Been Me“ gar ABBA evoziert.

Verführerische Melodien

Betörend hingegen das dahinfließend-pluckernde „Everyone“ und fast düster-majestätisch der Opener „Valentine, Texas“. Dem Strophe-Refrain-Strophe-Standard zeigt Mitski meistens die kalte Schulter, überzeugt aber mit einigen sehr verführerischen Melodien. Und der gefühlsselige Closer „That’s Our Lamp“ findet trotz der sentimentalen Note Zustimmung. Passt zu Mitski auch wesentlich besser als zu Arcade Fire, die 2017 auf „Everything Now“ ähnliche Gefilde ausprobierten. Hätte Mitski bereits in den 80er-Jahren musiziert, wäre diese Dekade synthpop-technisch womöglich in etwas besserer Erinnerung geblieben. Aber jetzt haben wir ja das Album „Laurel Hell“.

„Laurel Hell“ von Mitski erscheint am 04.02.2022 bei Dead Oceans. (Beitragsbild von Ebru Yildiz)  

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