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3. April 2026Der Songwriter Michael Weston King im Interview mit Sounds & Books über sein Album „Nothing Can Hurt Me Anymore“
Interview von Ullrich Maurer
Als der englische Songwriter Michael Weston King im Frühjahr 2024 mit seiner Frau Lou Dalgleish im AddABand-Stuidio in der Nähe des Ortes im ländlichen Wales, wohin das Paar 2023 gezogen war, gerade daran ging, erste Aufnahmen für ein neues Album des gemeinsamen Country-Soul Projektes My Darling Clementine vorzubereiten, gab es gar keine Veranlassung für Michael, an ein neues Solo-Album zu denken.
Das änderte sich, als im Sommer des Jahres die sechsjährige Enkeltochter Bebe des Paares eines der Opfer des Messerattentates von Southport wurde, wo ein islamischer Extremist drei kleine Mädchen ermordete und mehrere zum Teil schwer verletzte. Die Versuche, das MDC-Projektes fortzuführen, waren aufgrund des Schmerzes und der Trauer zum Scheitern verurteilte, so dass Michael und Lou beschlossen, sich eine kreative Auszeit zu gönnen, in der – jeder für sich – nach Wegen suchte, mit der Situation umzugehen.
King entschied sich dazu, eine Reihe von Songs zu schreiben, mit der er sich mit dem Ereignis und dessen Folgen auseinandersetzte. Diese Songs bildeten dann den Grundstock für das nun vorliegende Solo-Album „Nothing Can Hurt Me Anymore„ über das wir mit Michel Weston King für Sounds & Books sprachen.
Michael Weston King und die Kunst als Therapie
Hallo Michael! Wie war es Dir angesichts des schrecklichen Ereignisses in Southport denn eigentlich möglich, mit der Situation umzugehen. Hast Du über die Musik überhaupt zu Trost und Katharsis finden können?
Michael Weston King: Die ganze Familie ist über die Kunst in diesem Trauerprozess zusammengekommen. Und zwar nicht nur über die Musik alleine – denn es sind nicht alle Songwriter – sondern über die Beschäftigung mit der Kunst als solcher. Mein Sohn ist zum Beispiel ein Dichter, es gibt aber auch Maler und Musiker in der Familie – und Bebe’s Eltern machen zum Beispiel Armreifen und anderen Schmuck. Das sind dann Dinge, die Dich gedanklich beschäftigen und ablenken. Kunst und Handwerk und Musik sind gute Mittel mit einer
heilenden Wirkung. Ich finde auch, dass die Musik als solche – etwas was ich absichtlich höre oder aber zufällig im Radio – etwas ist, was die Stimmung erhebt. Musik lässt Dich auch automatisch besser fühlen. Musik weckt Deine Endorphine. Musik ist erhebend.
Es muss doch unglaublich schwierig gewesen sein, für das schwierige Thema des Verlustes der eigenen Enkeltochter geeignete musikalische Settings zu finden.
Michael Weston King: Das kommt drauf an. Der erste Song ‚The Golden Song‘ ist zum Beispiel eine schamlose Bruce-Springsteen-Referenz. Ich kannte den Springsteen-Song ‚For You‘ von seiner ersten LP ‚Greetings From Asbury Park‘ ursprünglich zunächst über eine Power-Pop-Version von Greg Kihn. Ich liebe diesen Song und habe über die Jahre viel damit herumgespielt – bis ich das Gefühl hatte, den Song nun sozusagen neu geschrieben zu haben. Was ich mag, ist, dass das dann kein miserabler Moll-Track g…




