Michael Nau: Some Twist – Album Review

Michael Nau: Some Twist – Album Review

 

Selige Momente

So schnell kann es manchmal gehen. Mowing, das Solo-Debütalbum von Michael Nau ist erst seit einem halben Jahr auf dem Markt, da lässt er mit Some Twist bereits sein nächstes Werk folgen. Eine treue Gemeinde an Fans hat sich Nau zusammen mit seiner Frau Whitney McGraw und ihrer gemeinsamen Indie-Folk-Band Cotton Jones erspielt. Diverse EPs und vier Longplayer brachte Michael Nau mit Cotton Club zwischen 2007 und 2012 heraus, bevor er solo reüssierte. Das Erscheinen von Mowing sei für ihn schon ein Erfolg gewesen, denn er habe es verlernt, Dinge zusammenzubringen und zu Ende zu führen, lässt uns der Songwriter aus Maryland wissen. Und so werkelte Michael Nau viere Jahre lang an Some Twist, verwarf Ideen und zweifelte, ob er jemals überhaupt wieder ein Album veröffentlichen würde.

Wie gut, dass Nau nicht ganz verzweifelte und uns nun mit Some Twist beschenkt.  Zwölf neue,  unbeschwerte und wärmende Folk-Pop-Songs sind auf dem Album zu hören, die die Bandbreite zwischen Van Dyke Parks, Lee Hazlewood und Gilbert O’Sullivan abdecken. Nau verschreibt sich zeitlos-schönen Arrangements, die natürlich an die elegante Poptradition der 60er- und 70er-Jahre anknüpfen. Naus unaufgeregte, verklärte und verträumte Stimme führt durch diesen entzückenden und dahinfließenden Songreigen. Ist der Einstieg mit „Good Thing“ bereits an Wohlklang kaum zu überbieten, so trifft der Liebreiz von „I Root“ direkt ins Herz. Romantische Träumerei kann so herrlich entspannend sein. In dieser urgemütlichen Atmosphäre geht es weiter.

Man schreckt schon auf, wenn „How You’re So For Real“ mit einem scheppernden Schlagzeug beginnt, sich aber dann doch in den bekannten Flow integriert. Verzerrte Gitarren mischen sich dann doch in die schwankende Ballade „Oh You Wanna Bet?“ und sorgen für irritierende Momente, doch die sanfte Melancholie gewinnt im anschließenden „Waiting, Too“ sofort wieder die Oberhand. Mit einigen folgenden elektronischen Spielereien schwebt Michael Nau noch in kosmische Sphären, aber lass Sie sich einfach fallen und folgen ihm, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Mit dem zarten und souligen „Light That Ever Was“ endet Some Twist, ein Album voll von seligen Momenten.

„Some Twist“ von Michael Nau ist am 16.06.2017 bei Suicide Squeeze / Full Time Hobby erschienen.

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