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14. Mai 2026Erhabene Songwriter-Pop-Balladen mit Westcoast-Folk-Country-Flair von zeitloser Eleganz von Mia Wilson
von Gérard Otremba
Ergriffenheit von der ersten bis zur letzten Sekunde. Mia Wilson stammt aus Kalifornien und hat sich dem schönsten Westcoast-Sound verschrieben, dem man sich nur vorstellen kann – und der führt uns natürlich in der Endsechziger- und Frühsiebzigerjahre. Der Großteil des selbstbetitelten Debütalbums wurde an drei Tagen im Jahr 2024 im 64 Sound in Los Angeles mit Tyler Karmen (Sharon Van Etten, Alvvays, Richard Edwards) als Toningenieur live aufgenommen, der Rest im Heimstudio Endless Sound von Produzent Tim Ramsay mit Ausnahme einer Studio-Session im Altamira Sound in Alhambra, Kalifornien, mit Ingenieurin Carly Bond.
Mia Wilson auf den Spuren von Karen Carpenter
Nachdem die CD bereits Ende letzten Jahres erschienen ist, erblickt nun die Vinyl-Version das Licht der Welt. Die Vinyl-Version einer Platte, die in meinem Jahresendranking sicherlich eine bedeutende Rolle spielen wird. Formvollendete neun Songs befinden sich auf „Mia Wilson“, einer schöner als der andere. Das Album beginnt mit „Face To Face“, ein Piano, Streicher erheben sich gen Himmel, man denkt vielleicht an „Wichita Lineman“ von Glen Campbell, dann erhebt Mia Wilson ihre Mezzosopran-Stimme und man ist hin und weg. So schön sang früher Karen Carpenter, heute Natalie Mering (Weyes Blood) oder Devin Tuel von Native Harrow. Auch Namen wie Carole King und Judee Sill dienen als Referenz. Neun erhabene Songwriter-Pop-Balladen mit Westcoast-Folk-Country-Flair von zeitloser Eleganz. Man weiß gar nicht, welche Lieder man in den Fokus stellen soll, Wilson übertrumpft sich hier von Song zu Song.
Schwelgerische Melancholie
Es entpuppen sich dann aber neben „Face To Face“ doch „It Must Be So Easy“, „I Want It All“, „Time Is An Arrow“ sowie der Closer „When You Go“ als meine Favoriten. In „When You Go“ steckt so unendlich viel Wehmut, dass einem spätestens hier die Tränen kommen. Schwelgerisch-melancholische Musik für schwärmerische Menschen. Größter vorstellbarer Musikgenuss. Musik, zu gut für diese Welt. Und beim nächsten Album hoffe ich auch auf PR in Deutschland. In diesem Zusammenhang gilt mein Dank dem Kollegen Wolfgang Doebeling, der auf seiner „Kicks“-Seite in der Mai-Ausgabe des Rolling-Stone-Magazins die Platte vorstellt.
Das selbstbetitelte Debütalbum von Mia Wilson erscheint in Vinyl-Form am 15.05.2026 bei Royal Okie. (Beitragsbild: Albumcover)





