Meg Baird: Don’t Weigh Down The Light – Album Review

Meg Baird: Don’t Weigh Down The Light – Album Review

Betörende Folk-Musik im Stile von Sandy Denny, Marissa Nadler und Laura Marling

von Gérard Otremba (Beitragsfoto Alissa Anderson)

Es waren arbeitsreiche letzte zehn Jahre für die amerikanische Songwriterin Meg Baird. Mit ihrer Hauptband Espers nahm sie drei Alben auf, auf Platten von Will Oldham, Kurt Ville und Sharon van Etten war ihre fabulöse Stimme ebenfalls zu hören und mit Kollegen der Bands Comets On Fire und Assemble Head gründete sie noch die Formation Heron Oblivion. Darüber hinaus tourte sie u.a. mit Bert Jansch, Glenn Jones, Michael Hurley und Jack Rose und nahm zwei Solo-Alben auf (Dear Companion uns Seasons On Earth). Mit Don’t Weigh Down The Light liegt nun das dritte Album von Meg Baird vor, ein Longplayer mit elf zauberhaften Folk-Songs, die in schönster Weise an die Fairport Convention-Sängerin Sandy Denny erinnern. Elf betörende Lieder, dezent mit einer elektrischen 12-String-Gitarre vorgetragen und von einem gelegentlichen, kaum wahrnehmbaren Schlagzeug- und Pianospiel unterstützt.

Vom Opener „Counterfeiters“ bis zum abschließenden „Past Houses Reprise“ erzeugen die Songs auf Don’t Weigh Down The Light eine ergreifende Stimmung, teils entrückt („Stars Unwinding“, „Back To You“), teils verträumt („Past Houses“), aber immer von einer grazilen Anmut umgeben, wie wir sie sonst von Marissa Nadler, Tiny Ruins oder Laura Marling kennen, früher natürlich auch von Joni Mitchell. Lichtdurchflutete Momente brechen die vernebelten, schleierhaften und verwunschenen Kompositionen immer wieder auf, die zarten, flirrenden Gitarrenklänge verstärken die aufkommende Magie, der man sich nicht entziehen kann. Das alles kulminiert im Song „Good Directions“. Die Gitarren zeitweise im Jingle-Jangle-Twang der Byrds, Sitar hafte Psychedelic-Klänge breiten sich aus, es wird einem ganz schummrig, und das sogar ohne Räucherstäbchen und Dope. Meg Baird singt elfenhaft, mit makelloser Reinheit, dass einem die Tränen in die Augen schießen. DER Wahnsinnssong eines kleinen Meisterwerks.

„Don’t Weigh Down The Light“ von Meg Baird ist am 26.06.2015 bei Wichita Records / PIAS.

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