Die amerikanische Songwriterin Marissa Nadler stellte die Songs ihres neuen Albums „New Radiations“ am 23.11.2025 in der Hamburger Christianskirche vor
Text von Gérard Otremba, Fotos von Vivien von Glischinski
Eiseskalt in Hamburg. Dazu noch böiger Wind und Totensonntag. Zeit, mal wieder in die Kirche zu gehen. In die Christianskirche in Ottensen, um genau zu sein. Denn ganz zufällig spielt dort ihm Rahmen der Pop-Seasons-Reihe am Abend Marissa Nadler. Und die habe ich schon ewig nicht mehr live erlebt. Genauer gesagt im April 2014 (siehe Review), prähistorische Zeiten ein Jahr vor der Gründung von Sounds & Books. Die Temperaturen in der Christianskirche vergleichsweise okaye Temperaturen, wenn man so aus der Kälte kommt. Marissa Nadler befindet sich auf der Tour zu ihrem im August dieses Jahres veröffentlichten und von uns rezensierten Album „New Radiations“, das sie im Interview mit S&B als „nicht fürs Pop-Publikum gemacht“ bezeichnet.
Die dezente Marissa Nadler
Wobei die amerikanische Songwriterin noch nie wirklich eine Platte fürs
Pop-Publikum gemacht hat. Weder „July“ (2014) noch „Strangers“ (2016) und auch nicht „For My Crimes“ (2018) sowie „The Path Of The Clouds“ (2021). Als Support-Act tritt zunächst die Schauspielerin und Musikerin Gloria de Oliveira auf, die mich aber mit ihrem arg verwunschenen Indie-Folkotronic als Björk-Miniatur etwas ratlos zurücklässt. Marissa Nadler stellt kurz darauf die „New Radiations“-Songs vor, an ihrer Seite Milky Burgess, der mit seinem Gitarrenspiel immer wieder für feine Americana-Country-Ak…