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11. August 2025Marissa Nadler über ihr zehntes Album „New Radiations“, melancholische Klänge, Social Media und ihre persönliche Definition von Erfolg.
Interview von Mia Lada-Klein
Am 15. August erscheint „New Radiations“, das zehnte Album der US-amerikanischen Sängerin, Gitarristin und Malerin Marissa Nadler. Ganz in Schwarz gekleidet, erscheint sie zum Interview, aber wer hätte es anders erwartet. Trotz einer Erkältung, für die sie sich im Vorfeld entschuldigt, wirkt sie mit ihrer blassen Haut fast elfenhaft, wie eine Märchenfigur. Dieses Bild passt zu ihrer Musik, die stets eine dunkle, atmosphärische Tiefe innehat.
Im Gespräch erläutert sie dann auch ihre Vorliebe für melancholische, hallgetränkte Klänge, die tief von persönlichen Erfahrungen und Künstlern wie Pink Floyd geprägt sind. Zudem spricht sie offen über die Herausforderungen und Möglichkeiten von Social Media in der heutigen Musikindustrie und gibt Einblicke in ihre ganz persönliche Definition von Erfolg. So entsteht ein eindrückliches Porträt ihrer künstlerischen Herangehensweise, ihrer Inspirationsquellen und ihrer Haltung zur Musikbranche.
Einblick in die Musik und das Leben von Marissa Nadler
Hallo und danke, dass du dir Zeit für uns nimmst. Lass uns starten: Was unterscheidet dein neues Album klanglich oder thematisch von deinen bisherigen Alben?
Marissa Nadler: Also, ich habe zehn Alben veröffentlicht, zumindest die offiziellen. Jedes klingt ein bisschen anders. Dieses Album habe ich, wie das letzte, selbst produziert. Es ist ziemlich eigenständig von Anfang bis Ende gedacht, eher als ein Gesamtwerk, nicht als Sammlung von Singles. Es ist nicht fürs Pop-Publikum gemacht. Für mich ist es ein sehr intimes Album, das Ähnlichkeiten mit meinem vorherigen Werk „The Path Of The Clouds“ hat, da ich die Songs geschrieben und produziert habe. Aber es fühlt sich auch anders an als das Album davor, das mit
Gastmusikern aufgenommen wurde und rockiger war. Dieses hier ist eher ein staubiger Folk-Rocker.
Deine Musik klingt oft melancholisch und fast geisterhaft. Was inspiriert dich zu solchen Atmosphären?
Marissa Nadler: Ich mag diese Art von Musik einfach sehr. Einige meiner Lieblingsplatten sind eher reduziert und offen, da spürt man die Emotionen direkt. Ich bin mit Hall sehr verbunden und benutze meine Stimme auf unterschiedliche Weise, manchmal sogar gar nicht. Manche Songs auf dem Album haben gar keinen Gesang. Die Entdeckung von Hall und der Einfluss von Bands wie Pink Floyd haben meinen Stil stark geprägt.
Wie viel Marissa steckt in einem Song wie „Hatchet Man“? Ist das für dich reine Fiktion oder autobiografisch?
Marissa Nadler: „Hatchet Man“ ist wahrscheinlich der autobiografischste Song auf dem Album. Meine Erfahrungen mit Männern haben die Geschichte im Song beeinflusst, besonders im Refrain. Der Tex…




