Mando Diao: Good Times – Album Review

Mando Diao: Good Times – Album Review

Ein solider Neubeginn für Mando Diao

Keine Experimente mehr für Mando Diao. Jedenfalls nicht auf Good Times, dem achten Album der schwedischen Rock-Pop-Institution. Die Zeiten von Lyrikvertonungen in der Muttersprache (Infruset) sowie der Hinwendung zum Synth-Rock (Ælita) gehören der jüngeren Vergangenheit an. Auch für Frontmann Gustaf Norén ist Mando Diao Geschichte, der Sänger und Gitarrist verließ die Band vor 2015 nach fast 20-jähriger Zusammenarbeit in aller Freundschaft. Mando Diao prägten den Rock-Pop der Nuller-Jahre nachdrücklich. Nach dem veritablen Durchbruch mit Hurricane Bar, stürmte das Quintett mit den Folgealben Ode To Ochrasy, Never Seen The Light Of Day und natürlich Give Me Fire!, die europäischen Charts.

Sounds & Books_Mando Diao Albumvover ©BMG Rights ManagementDer Catchyness ihres auf Give Me Fire! befindlichen Monsterhits „Dance With Somebody“ konnte man sich vor acht Jahren einfach nicht entziehen. Und noch immer wirken die markanten wie eingängigen Riffs jener Phase nach. Auf Good Times finden Mando Diao wieder zurück in die Spur. Als neuer Gitarrist ist nun Jens Siverstedt an Bord, ein guter Freund von Sänger und Gitarrist Björn Dixgård, der als zweiter Frontmann neben Norén die Geschicke der Band bis dato leitete. Das omnipräsente Vorzeigeduo an der Mando Diao-Spitze also gesprengt, die Chance für andere in den Vordergrund zu treten. So beteiligten sich erstmals auch die anderen Mitglieder Carl-Johan Fogelclou (Bass), Patrick Heikinpieti (Schlagzeug), Daniel Haglund (Piano, Keyboard) und auch Jens Siverstedt gleichberechtigt neben Björn Dixgård am Songwriting.

Dass die Zusammenarbeit mit dem neuen Gitarristen ganz hervorragend funktioniert, zeigt die Single „Shake“, die mit brodelnder Energie elektrisiert, Soul und Gospel feiert und in die nächste Indie-Disco groovt. Disco-Soul-Einflüsse der 70er-Jahre sind sehr präsent auf Good Times, so dass die pulsierenden „Money“ und „Watch Me Now“, das nostalgische-verspielte „Voices On The Radio“ und der sanfte und verführerische Abschlusstrack „Without Love“ die charmantesten Songs des Albums sind. Die intensive, pathetische Eröffnungspianoballade kann da noch mithalten, andere Tracks wie „Brother“, „One Two Three“ oder „Dancing All The Way To Hell“ sind Mittelmaß und „All The Things“ Mando Diao-Standard. Good Times ist kein überragender, aber vernünftiger Neubeginn für Mando Diao geworden.

„Good Times“ von Mando Diao erscheint am 12.05.2017 bei BMG (Beitragsbild: Charli Ljung).

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