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15. August 2023Nach Punk und Soul im Hause Madsen, nun wieder Rock. Kann das Quartett mit „Hollywood“ an „Lichtjahre“ anknüpfen?
von Gérard Otremba
Das letzte „planmäßige“ und ebenfalls von Sounds & Books besprochene Madsen-Album „Lichtjahre“ erschien 2018, doch blieben die fünf vergangenen Jahre nicht ungenutzt. Im Hardcorepandemiejahr 2020 frönte das Quartett mit dem „nebenbei“ aufgenommenen „Na dann eben nicht“ dem Punk und vor einem Jahr wandte sich Frontmann Sebastian Madsen auf seinem Solo-Ausflug „Ein bisschen Seele“ dem Soul und Blues zu. Nun war aber die Zeit wieder reif für ein ordentliches Rockalbum, im bekannten und erfolgreichen Stil, der Madsen seit fast 20 Jahren regelmäßig in die Top-Ten der deutschen Albumcharts führt.
Sebastian Madsen sinniert
Eine Formel, die Sänger und
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Gitarrist Sebastian, seine Brüder Johannes (Gitarre, Backing Vocals), Sascha (Schlagzeug, Backing Vocals) und Bassist Niko Maurer für „Hollywood“ nicht geändert haben. Warum auch? Vielleicht sind ihre Rocksongs auf „Hollywood“ sogar noch größer und opulenter ausgefallen als auf den vorangegangenen Platten. Der von uns zum Song des Tages gekürte Opener „Ein bisschen Lärm“, zugleich der erste Albumvorbote, bei dem sich Sebastian Madsen über die Dinge sinniert, die einen glücklich oder unglücklich machen und sich die Fragen beantwortet „Was will ich?“ und „Was will ich nicht?“, sollte sich mit seiner eingängigen Refrain-Hymnik schnell zu einem neuen Live-Lieblingsstück für Band und Fans etablieren. Im Video zum punklastigen „Brücken“ sind 75 Gäste, darunter Elton, Christina Stürmer, Resi Reiner und Lars Klingbeil, die den Moment des ersten Hörens des Songs festhalten, zu sehen. Schöne Idee.
Eine berührende Geschichte
Die überschwängliche Madsen-Hymnik erreicht in Songs wie „Das Beste von mir“ und „Heirate mich“ erreicht überbordende wie grenzenlose Höhen, dafür liebt man die Band dann auch nach so vielen Jahren immer noch. „Der Baum“ hingegen tendiert in Richtung der Kollegen Thees Uhlmann und Bruce Springsteen, während die Rockballade „Hollywood“ die berührende Geschichte zweier Kinder erzählt, das eine in prekären Verhältnissen aufwachsend, das andere geflüchtet, beide durch ein Filmplakat zueinanderfindend. Beim abschließenden Alternative-Rock-Statement „Wir haben immer noch die Sonne“ scheint der Einfluss von Keyboarderin und Sebastian Madsens Partnerin Lisa Who eine Rolle zu spielen, wenn der Song nach der der Hälfte der Laufzeit für über eine Minute in schönste Psychedelic-Pop-Gefilde abdriftet. Insgesamt wieder einmal eine runde Sache, das neue Madsen-Album.
„Hollywood“ von Madsen erscheint am 18.08.2023 bei Goodbye Logik Records. (Beitragsbild von Dennis Dirksen)





