M. Ward: More Rain – Album Review

M. Ward: More Rain – Album Review

Vier Jahre nach A Wasteland Companion wieder ein Solo-Album des amerikanischen Songwriters M. Ward

von Gérard Otremba

Einigen wird M. Ward als Teil des Duos She & Him bekannt sein, wo der 1974 in Kalifornien geborene Matt Ward zusammen mit der Schauspielerin Zooey Deschanel zwischen Folk, Pop und Country wandelt und sich zumindest in den USA vordere LP-Charts-Platzierungen erspielt hat. Auch seine Kollaboration mit Conor Oberst, Mike Mogis und Jim James bei Monsters Of Folk könnte dem ein oder anderen aufgefallen sein. Mit Deschanel hat Ward 2013 und 2014 jeweils ein Album aufgenommen, so dass nun vier Jahre seit seinem letzten Solo-Werk A Wasteland Companion vergangen sind.

Kokettierte er damals teilweise noch mit dem Bombast-Pop des Electric Light Orchestras, wünscht sich Ward nun mehr Regen und beginnt sein neues Album konsequenterweise mit einem Regensturm. Nun verfällt seine Musik auf More Rain nicht einer fortlaufend deprimierenden und düsteren Stimmung, doch erhält die Melancholie mehr Raum. Das intime „I’m Listening“ fängt diese Befindlichkeit perfekt ein, und natürlich das sparsam instrumentierte, zurückgenommene „Slow Driving Man“, das zu schweben scheint, ansatzweise explodieren möchte, von Ward daran aber gehindert wird. Ähnlich bezaubernd schleicht sich „Pirate Dial“ an, während das von der Steel Pedal dominierte „Phenomenon“ der Sehnsucht einen weiteren Schub gibt und sich „Little Baby“ als ein entrückter Doo-Wop-Country-Noir-Song entpuppt.

Wie es sich für einen kauzigen Songwriter wie M. Ward gehört, geht es durchaus auch mal turbulent zu, auf More Rain jedoch sehr dezent. So findet man bei „Time Won’t Wait Up“ Anklänge des Glam-Rock von T.Rex wieder und „Confession“ sowie „Girl From Conejo Valley“ gehen mal kurz durch die Wilco-meets-Calexico-Schule. Diesen Up-Tempo-Stücken ist eine gewisse zugrunde liegende diffuse Atmosphäre eigen, allein „You’re So Good To Me“ und das abschließende „I’m Going Higher“ erfreuen sich fast unbeschwerter Indie-Pop-Rock-Allüren. Untere anderem mit Hilfe von Peter Buck, Nekko Case und k.d lang ist More Rain entstanden, ein Album, das M. Ward mal wieder als einen der interessantesten zeitgenössischen Musiker zeigt.

„More Rain“ von M. Ward ist am 04.03.2016 bei Bella Union / PIAS Cooperative erschienen.

 

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Kommentare

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    ‚End Of Amnesia‘ war damals eine recht angenehme Platte von ihm, die ist, wie ich gerade mit Erschrecken feststelle, auch schon wieder 15 Jahre alt.
    Ich bin damals über seine sporadische Mitarbeit bei Giant-Sand-/Howe-Gelb-Platten über ihn gestolpert, mit den Jahren ist er doch etwas opulenter geworden im Klangbild und ich muss gestehen, ich hab ihn etwas aus den Augen verloren…
    Bei archive.org gibt es einen netten ‚Live-im-Studio‘-Mix von ihm: https://archive.org/details/DablendaPresentsMWard
    Viele Grüße,
    Gerhard

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