M. Ward: Migration Stories – Albumreview

M. Ward: Migration Stories – Albumreview

Behutsame Country-Indie-Folksongs von M. Ward

Mit „Migration Stories“ veröffentlicht M. Ward bereits sein zehntes Solo-Album. Doch immer noch schient die Reputation des amerikanischen Songwriters von der Zusammenarbeit mit anderen Kollegen abhängig zu sein. Natürlich hilft eine Kollaboration mit Conor Oberst, Mike Mogis und Jim James als Supergroup Monsters Of Folk. Und auch die musikalische Kooperation mit Schauspielerin Zooey Deschanel unter dem Moniker She & Him bescherte uns zauberhafte Momente. Als Studio- und Live-Musiker spielte er mit und für Mavis Staples, Jenny Lewis, Norah Jones, Cat Power, Lucinda Williams und vielen mehr.

Mystisch-flirrender Opener

M. Ward Migration Stories Cover ANTI-Records

Aber sein Können zeigte der aus Portland, Oregon, stammende Songwriter auch immer wieder auf seinen Solo-Platten wie „A Wasted Companion“ und „More Rain“. „Migration Stories“ ist M. Wards Debüt bei ANTI- Records und wie es der Titel impliziert, behandelt der 46-Jährige zwischen Fiktion und Realität liegende Migrationsgeschichten, die bis zu seinen Vorfahren reichen. Bei den Aufnahmen zu diesem Album halfen ihm die beiden Arcade-Fire-Mitglieder Tim Kingsbury und Richard Reed Parry, für die Produktion zeigte sich Craig Silvey (Arctic Monkeys, Florence + The Machine) verantwortlich. Den verheißungsvollen, mystisch-flirrenden Opener „Migration Of Souls“ stellten wir hier schon als Song des Tages vor und Wards verhaltener Country-Indie-Folk prägt die gesamte Platte. Ein Country-Indie-Folk, der seine Grenzen auf den insgesamt elf auf „Migration Stories“ versammelten Songs auslotet.

M. Ward im Desert-Blues-Noir-Stil

Vom Desert-Blues-Noir („Heaven’s Nail And Hammer“) bis zum Gesang im Crooner-Stil von Harry Nilsson und Richard Hawley in „Coyote Mary’s Travelling Show“, das sich auf den in der Interpretation von Elvis Presley bekannt geworden Song „Crying In The Chapel“ bezieht, reicht die Spannweite. Ein schwebendes Saxophon leitet das gespenstische „Independent Man“ an, während im vergleichsweise vorwärtsgaloppierenden „Unreal City“ gar Synthesizer treibende Funktionen übernehmen. Beide sind ähnlich eindrucksvolle Tracks wie der lässig-romantische Country-Folk-Pop von „Along The Santa Fe Trail“, oder das sanft verhallte „Chamber Music“. Fragile Songs, die sich trotzdem wie ein schützend-tröstliches Kokon um uns legen.

„Migration Stories“ von M. Ward erscheint am 03.04.2020 bei ANTI- Records. (Beitragsbild von Wrenne Evans)       

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