Lùisa: New Woman – Albumreview

Lùisa: New Woman – Albumreview

Die Hamburger Songwriterin Lùisa findet auf ihrem dritten Album „New Woman“ den Pop und ein neues Selbstbewußtsein

Als Luisa Ortwein, aka Lùisa, 2016 bei der HAM.LIT auftrat, bemerkte ich in meiner Review, man müsse sich ihren Namen merken. Damals standen die auf Gitarre und Soundsprengseln reduzierten Electro-Folksongs ihres zweiten Albums „Never Own“ im Mittelpunkt. Fünf Jahre später kehrt die Hamburger Songwriterin mit dem dritten Album „New Woman“ zurück und wendet sich von ihrer musikalischen Vergangenheit fast schon demonstrativ ab. Lùisa hat sich mittlerweile in einen schillernden Pop-Schwan verwandelt, die bereits mit der ersten, albumtitelgebenden und von uns als Song des Tages vorgestellten Vorabsingle den neuen Weg angekündigt hat.

Ein Popsong mit Hitpotential

Luisa New Woman Cover Nettwerk

Die perkussiv-groovige, mitreißende und jubilierende Power-Hymne kündigt vom neuen Selbstbewußtsein der End-Zwanzigerin („Change, breaking my cage, making mistakes, taking my stage / Feel like an new Woman today“). Ein Popsong mit Hitpotential der Marke Lilly Among Clouds, an dem sicherlich auch Cat Power ihre helle Freude hätte. Die elf neuen Tracks nahm Lùisa mit Produzent Tobias Siebert (Kettcar, Enno Bunger) in dessen Berlin-Kreuzberger Studio Buellenbrück von Ende Februar bis April 2020 während der ersten Corona-Lockdown-Phase. Bass, Schlagzeug, Gitarre und Synthies sind das Grundgerüst von „New Woman“, das Lùisa textlich zwischen Krisenverarbeitung und erwachter Kämpfernatur zeigt.

Lùisa setzt Akzente

Manchmal, wie in der ebenfalls vorab veröffentlichten Ballade „Last Summer Day“ schwingt eine erträgliche Leichtigkeit der Melancholie mit, wehmütig und doch nach sanfter Sommerbrise. Der synthpopartige, sehr elegante  Opener „Deep State Of Mind“ evoziert den sehnsüchtigen Blick auf das Meer, während „Come Around“ als Ausbund an Fröhlichkeit durchgeht. Doch egal, welche Gefühlsebenen die Musikerin anspricht, fast immer geht ein gewisses Strahlen von ihren Arrangements aus. Das dann im 80er-Songwriter-Pop von „Walking Home With A Lover“ kulminiert.

Immer wieder phrasiert sie ihren Gesang in der Art von Nico und setzt damit Akzente wie in der außergewöhnlich schönen Ballade „I Forgive You“. Aber sie hat auch den Soul in der Stimme, wie das leger-tänzelnde „Burnout“ beweist. Am Ende dann aber die Reduktion auf spartanische Gitarre, Gesang und ein geisterhaft-dezentes Bandgefüge bei „To Let You Go“, das trotz der Hinwendung zu mehr Pop die Vielfalt ihrer Kompositionen betont. Ein Album mit Stil und Klasse.

„New Woman“ von Lùisa erscheint am 07.05.2021 bei Nettwerk / ADA / Warner Music. (Beitragsbild von Nikolai Dobreff)

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Kommentare

  • Peter

    Hallo, ich habe den Titelsong der CD ‚New Woman‘ schon einige Male gehört (DR Kultur) und wundere mich. Ist das Zufall, oder kann es sein, daß hier ziemlich unverschämt geklaut wurde? Hört Euch mal ‚Touch Me I’m going to scream Pt. 2‘ von My Morning Jacket an…..

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