
The Victim: This Town – Song des Tages
25. Februar 2026
Archive: Glass Minds
25. Februar 2026Verlust, Trauer, Erinnerung als Themen, eingebettet in bildschöne Folk-Songs: Die Britin Lucy Kitchen legt ein Meisterstück der Melancholie vor.
von Werner Herpell
„Sie lässt sich von Lyrikern, der Natur, den Jahreszeiten und der Erschaffung von Schönheit aus schwierigen Dingen inspirieren“, so lautet die Beschreibung von Lucy Kitchen und ihrer Musik auf der Bandcamp-Seite dieser englischen Singer-Songwriterin. Klingt schon mal vielversprechend. Das neue Album „In The Low Light“ (was in etwa „Bei schwachem Licht“ heißt und damit die gedämpfte Stimmung der meisten Lieder perfekt widerspiegelt) behandele „Themen wie Verlust, Trauer, Erinnerung und Transformation“, gibt mir der nette PR-Kollege des kleinen Labels Make My Day noch mit auf den Weg. Und fügt hinzu: „Doch inmitten der Traurigkeit blitzen Momente von Freude, Dankbarkeit und Wiederentdeckung auf.“
Herbstlich verhangene Folk-Songs
Mit diesen Andeutungen rennt er nun endgültig offene
Türen bei mir ein. Denn die meisten Stichworte – Verlust, Trauer, Erinnerung, Dankbarkeit, Wiederentdeckung – fielen zuletzt auch in praktisch jeder Besprechung zum grandiosen Kino-Kunstwerk „Hamnet“, das mich in den vergangenen Wochen total geflasht und wieder mal zum großen Fan von William Shakespeare gemacht hat. Und vor allem zum Bewunderer der historisch verbürgten Ehefrau Anne Hathaway beziehungsweise Agnes Shakespeare, so resolut wie sensibel (und jederzeit atemberaubend gut) gespielt von der Irin Jessie Buckley, die dafür bald unbedingt den Oscar erhalten sollte.
Zurück zu Lucy Kitchens „In The Low Light“. Diese Platte bietet also herbstlich verhangene Folk-Songs, die mich in die Stimmung eines Ende des 16. Jahrhunderts spielenden Kinofilms versetzen. Und damit kann das Album natürlich von vornherein bei mir punkten.
Lieder über Verlust, persönlich und konkret
Das sind aber auch prachtvolle, zutiefst bewegende Lieder, d…





