LNZNDRF: II -Albumreview

LNZNDRF: II -Albumreview

Das zweite Album der „Supergroup“ LNZNDRF entpuppt sich als in spielfreudiges Produkt eines Quartettes voller Könner

Bereits im September 2019 in exzessiven „shamanisitic jam sessions“ eingespielt und 2020 dann im Studio überarbeitet, erblickt das zweite Album der kleinen „Supergroup“ um die The National-Rhythmusfraktion Bryan & Scott Devendorf und die mit Zach Condons Brass-Folk-Projekt Beirut verbandelten Ben Lanz und Aaron Arntz nun endlich das Licht der Welt. Anders als die im letzten Herbst nur digital veröffentlichte EP „To A Lake“ weitaus songorientierter sowie wieder mit Gesang, dabei trotzdem den gegenwärtig ubiquitären Einflüssen des Krautrock folgend, den man auch zärtlich wie treffend „Kosmische Musik“ nennen darf .

LNZNDRF als Jamband

LNZNDRF II Albumcover

LNZNDRF sind mehr Jamband als alle Stammformationen der beteiligten Akteure, die sich u.a. auch auf aktuellen Aufnahmen von Taylor Swift oder Sharon Van Etten tummeln –  verlieren sich jedoch selten in bewusstseinserweiternde Sphären und drehen das Aufnahmegerät wieder leiser, bevor es zur völligen Eskalation kommt. Das kann man schade finden, versprechen die Stücke auf „II“ doch exzessive Livedarbietungen, die wir vorerst nicht erleben dürfen. Schon der Opener „The Xeric Steppe“, eines von zwei instrumentalen Stücken dieses Albums,  schraubt Erwartungen durch anfängliches Plätschern neben verheißungsvollem Einlullen hoch, bis ein treibender Basslauf und dezente, post-punkige Säge-Klampfen Eskalation andeuten, die ein viel zu frühes Ende findet.

In der Tradition der Spacerock-Größen

Ähnlich später der zweite Instrumentaltrack „Chicxulub“, dessen 80er-Referenzen den Rezensenten des Musik Express an A Flock Of Seagulls gemahnt. Das ist jedoch noch gar nichts gegen die 80er-Vokoderhölle bei „Gaskier“, ein schwer zu ertragender Albumausreißer, der nur als Hommage an eben diese Zeit straffrei bleiben darf. Den Spaß am Gesamtpaket schmälert dies jedoch nicht: „II“ ist ein spielfreudiges Produkt eines Quartettes voller Könner, die niemandem etwas beweisen müssen und es gerade deswegen tun. Das leichtfüßige „Stowaway“ am Ende löst schließlich das am Anfang gegebene Versprechen ein und nimmt einen mit auf eine Reise in die Galaxie, ganz in der Tradition der Spacerock-Größen. Gerne hätte das noch eine halbe Stunde weiter gehen können. Wem es da ebenso geht, möge sich unbedingt die oben erwähnte EP gönnen.

„II“ von LNZNDRF erscheint am 19.02.2021 bei LNZNDRF / Cargo Records. (Beitragsbild von Indira Dominici)

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