Lisa O’Neill: The Wind Doesn’t Blow This Far Right

Lisa O'Neill credit Jill Furmanovsky

Leichte, sommerliche Folksongs sind von Lisa O’Neill nicht zu haben. Ihr neues Mini-Album geht ganz tief rein mit dunkel-intensiven Liedern.

von Werner Herpell

Irlands Folk-Szene ist schon lange berühmt für große Storyteller und tolle Bands wie The Chieftains, The Dubliners oder The Pogues. Derzeit erlebt sie ein neues Hoch mit den Neo-Folk-Künstlern John Francis Flynn, Lankum und The Mary Wallopers, die Tradition und Moderne kongenial verbinden. Und nicht zuletzt mit einer tollen Singer-Songwriterin namens Lisa O’Neill.

Roh und unverfälscht

Lisa O'Neill The Wind Doesn't Blow This Far Right Cover

„Roher und unverfälschter Folk für harte Zeiten. Kompromisslos, atemberaubend, bewegend“, so hat der Londoner „Guardian“ ihre Musik eingeordnet. Die Künstlerin aus Cavan an der Grenze zu

Nordirland kann mit dieser Beschreibung offensichtlich gut leben, so dass sie das Zeitungszitat auch auf ihrer Bandcamp-Seite verwendet. O’Neills neue, bescheiden als EP klassifizierte, aber immerhin fast 32 Minuten lange Veröffentlichung „The Wind Doesn’t Blow This Far Right“ passt nun perfekt in die Folk-Noir-Schublade.

„The thing is, some leaders are players/And players sometimes can be clowns/And clowns then sometimes can be dangerous/When they’re there and yet they can’t be found“, singt Lisa O’Neill im Opener dieser 6-Track-EP – der Titelsong packt den Hörer gleich regelrecht bei der Kehle. Akkordeon, Klavier und akustische Gitarre rufen eine sanfte Shanty-Stimmung auf, ehe die Sängerin mit ihrer reifen, sehr irisch eingefärbten Stimme von den erwähnten „harten Zeiten“ erzählt.

„The power of money and lies“

Eben dass manche Führer einfach nur Zocker sind oder gefährliche Clo…

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